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Blickpunkt

Fasten für das Klima

Ethik des Genug

www.klimafasten.deInnehalten und der Umwelt etwas Gutes tun: Tipps dazu gibt es reichlich.

Die einen lassen das Auto stehen, andere versuchen, Plastik zu vermeiden. Die kirchliche Aktion »Klimafasten« hat wenig zu tun mit dem Verzicht auf Schokolade oder Gummibärchen. Die Evangelische Sonntags-Zeitung stellt die Aktion in der Passionszeit vor.

Bald beginnt die Fastenzeit. Sieben Wochen lang verzichten Menschen auf Gewohntes, beschäftigen sich mit Umkehr und Veränderung. Viele lassen das liebgewordene Glas Wein am Abend weg, andere verkneifen sich Süßigkeiten, wieder andere besuchen Passionsandachten, die viele Kirchengemeinden anbieten.

Martin Luther gegen das Fasten als Bußhandlung

Die Ursprünge des Fastens sind in der Bibel zu finden. »In der Bibel fasten Menschen zum einen als Ausdruck von Trauer und Sühne, zum anderen zur Vorbereitung auf eine Begegnung mit Gott«, erklärt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) auf ihrer Internetseite. Die Kirche hat diese Tradition aufgegriffen und machte im Mittelalter aus dem Fasten eine Bußhandlung. Dagegen wandten sich Martin Luther und die anderen Reformatoren. Ihr Argument: Der Mensch kann und muss sich die Gnade Gottes nicht erarbeiten, er bekommt sie von Gott geschenkt.

Innehalten und den Alltag verändern

Seit Jahren entdecken auch Protestanten das Fasten neu. Sie nutzen die Passionszeit als eine spirituelle Zeit. Der Verzicht auf Süßes ist dann keine Strafe, sondern ein Weg, um Platz für Gott zu schaffen. Weniger religiösen Menschen geht es um ein Innehalten und mögliche Veränderungen in ihrem Alltag.
Bei kirchlichen Fastenaktionen wie »Sieben Wochen ohne« oder    »Sieben Wochen anders leben« geht es um Dinge, die ein gutes Leben verhindern beziehungsweise Dinge, die es fördern. Der Slogan von »Sieben Woche ohne« lautet in diesem Jahr »Sieben Wochen ohne Pessimismus«.

Aufmerksamkeit für die Frage nach Zukunft des Planeten

Um gutes Leben geht es auch bei der kirchlichen Aktion »Klimafasten«. Was brauche ich wirklich, was ist notwendig für ein Leben im Einklang mit der Schöpfung? Seit den Demonstrationen von Jugendlichen weltweit unter dem Slogan »Fridays for Future« hat die Frage nach der Zukunft des Planeten Erde eine neue Aufmerksamkeit erfahren. Wie dringend Veränderungen etwa beim CO2-Ausstoß sind, belegen zahlreiche Studien. Deshalb haben sich viele evangelische und katholische Kirchen mit den Forderungen der Jugendlichen solidarisiert. Sie rufen in den sieben Wochen bis Ostern auf zu einem »Fasten für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit«
»Eine ›Ethik des Genug‹, die die beiden Kirchen schon lange fordern, wird immer plausibler und ist dringend geboten«, sagen Irmgard Schwaetzer, Präses der Synode der EKD, und Karin Kortmann, Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, die beiden Schirmherrinnen der Aktion Klimafasten 2020. Mit der Aktion stelle man sich in die Tradition, »die in der Zeit vor Ostern des Leidens gedenkt und bewusst Verzicht übt, um frei zu werden für neue Gedanken und andere Verhaltensweisen«.

Das Leben klimafreundlicher gestalten

Der Klimawandel verursache Leiden, da er die Heimat und das Leben von Menschen und Tieren sowie Pflanzen gefährde. Zwar mache der Klimaschutz Verzicht erforderlich, sei aber auch ein Gewinn, wenn es gelingt, das Leben klimafreundlicher zu gestalten.
 Für die folgenden sieben Wochen geben die Kirchen Anregungen zu den Themen CO2-Fußabdruck, Energie, das Retten von Lebensmitteln, den Konsum von Elektronik, für Mobilität und nachhaltiges Reisen, für ein Leben ohne Plastik und für gemeinsame Veränderungen. Die Evangelische Sonntags-Zeitung begleitet die Aktion mit der Serie »Klimafasten«.
Das Auto stehen lassen
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau und die kurhessische Kirche unterstützen auch in diesem Jahr die Aktion »Autofasten«. Sie lädt Menschen dazu ein, vom 4. März bis 4. April das Auto möglichst oft stehen zu lassen und so den individuellen CO2-Ausstoß zu verringern. Das kann funktionieren durch den völligen Verzicht auf das Auto oder auch über die Bildung von Fahrgemeinschaften. Inzwischen unterstützen auch einige Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs die Aktion mit verbilligten Tickets.
Renate Haller
www.klimafasten.de
www.autofasten.de

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Renate Haller (rh)
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