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Blickpunkt

»Rettungsschiffe müssen auslaufen können«

Humanitäre Korridore

epd/Heiko KantarAuf einem Schlauchboot fährt der rheinische Präses Manfred Rekowski zum Rettungsschiff »Sea-Watch 3« im Hafen von Valetta auf Malta. Das Rettungsschiff ist von den Behörden dort festgesetzt worden.

VALLETTA/DÜSSELDORF. Nur ein Rundflug ist möglich, das Aufklärungsflugzeug darf Malta nicht verlassen. Auch die Schiffs-Crews von Sea-Watch sind zum Nichtstun verdammt. »Doch das Sterben im Meer geht weiter«, mahnt der rheinische Präses Manfred Rekowski. Er fordert sichere Fluchtrouten.

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, appelliert an die Politik, humanitäre Korridore nach Europa einzurichten. »Es geht nicht um ein vorübergehendes Phänomen, sondern um das Weltproblem Flucht, von dem aktuell 70 Millionen Menschen betroffen sind«, sagte der Theologe dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Valletta. Nach Gesprächen mit Mitarbeitern der Hilfsorganisation »Sea-Watch«, dem Besuch ankernder Rettungsschiffe und des Aufklärungsflugzeuges »Moonbird« auf der Insel Malta kritisierte der Theologe erneut das Aus der zivilen Seenotrettungsaktionen für Flüchtlinge aus dem Mittelmeer.

Zur Untätigkeit verdammt

Solange es so ist, dass Menschen mit Booten flüchten, müssen wir dafür sorgen, dass diese nicht zu Tode kommen«, betonte Rekowski, der auch Vorsitzender der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist. Umso deprimierender sei es nun zu erleben, dass die zivilen Seenotrettungsaktionen auf Malta durch die Behörden zum Erliegen gekommen seien und die Schiffs‧crews, die Flugzeugbesatzung und die Mitarbeiter im Büro zur Untätigkeit verdammt seien. Auch die Maschine »Moonbird«, die die EKD finanziell allein 2018 mit bis zu 100 000 Euro unterstützt, darf derzeit maltesisches Hoheitsgebiet nicht verlassen.

Internationales Recht nicht weiter brechen

Rekowski forderte zum Abschluss seiner dreitägigen Malta-Reise von Regierungen und politisch Verantwortlichen in Europa, internationales Recht nicht weiter zu brechen, die Kriminalisierung der zivilen Seenotretter zu beenden und das tausendfache Sterben an der südlichen Grenze Europas als humanitäre Katastrophe und politische Aufgabe zu begreifen. Neben der unverzüglichen Wiederaufnahme der zivilen Seenotrettung müsse darüber hinaus auch eine staatliche europäische Seenotrettung aufgebaut werden.

Die EU muss hier ihren Beitrag leisten

Auf Dauer werde sich die europäische und auch die Weltpolitik neben der Bekämpfung von Fluchtursachen mit sicheren Fluchtrouten befassen müssen, mahnte Rekowski. »Als Friedensnobelpreisträgerin muss die EU hier ihren Beitrag leisten«, betonte er. Die Menschen flüchteten weiterhin über das Mittelmeer, auch wenn von Malta aus keine zivile Rettung erfolge. Auch die jüngsten Bilder einer spanischen Hilfsorganisation von einem Bootswrack und Leichen im Meer machten klar, dass es um Menschen gehe, die sich in ihrer Verzweiflung auf den Weg machten.

Konsequent für Menschlichkeit einstehen

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland werde er in den entsprechenden EKD-Gremien beraten, wie die Rettungseinsätze weiter unterstützt werden können und welche weiteren Schritte die Kirche ergreifen kann, sagte Rekowski. »Als Christinnen und Christen, die in Jesus Christus den Bedürftigen, den Flüchtling, den Menschen erkennen, werden wir auch weiter konsequent für Menschlichkeit einstehen.« epd

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