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Nicht nur zum Anschauen da

Annelie Gerner hat umfangreiche Bibelsammlung

Nicole Weisheit-ZenzSeit rund 20 Jahren trägt Annelie Gerner Heilige Schriften zusammen. Dabei sind alte Stücke und Kuriositäten zusammengekommen.

GAU-ALGESHEIM. Die Bibeln in der Sammlung Annelie Gerners sind nicht nur zum Anschauen da, sondern zum Gebrauch im Alltag. Auch die kostbaren Exemplare.

Der Dramaturg Bertolt Brecht soll ja auf die Frage, was sein Lieblingsbuch sei, geantwortet haben: »Sie werden lachen – die Bibel.« Auch Annelie Gerner lächelt, wenn sie die stolze Sammlung ihrer Lieblingsbücher zeigt: vielfältig gestaltete Exemplare der Heiligen Schrift. Es seien gut und gerne 20 Jahre, in denen sie schon Bibeln sammelt, blickt die Gau-Algesheimerin zurück. Mehr als 100 Ausgaben sind es, auch Kinderbibeln und besonders aufwendig gestaltete Werke in mehreren Stilen.

Abgegriffene Seiten sind ein gutes Zeichen

»Schon als Kind hat mich die Bibel fasziniert«, erinnert sich Gerner und zeigt ein etwas zerfleddertes Exemplar. »Sie hat mir damals viel gegeben und gibt mir heute noch viel.« Wenn die Seiten nach und nach abgegriffen aussehen, sei das für sie ein gutes Zeichen. Auch ihrer Familienbibel sieht man an, dass sie im Alltag genutzt wurde.

Schon mit ihren Töchtern Ulla und Pia schaute sie gern Kinderbibeln an. Ein Exemplar liebt sie noch heute: Auf Fotos aus aller Welt ist die Schönheit der Schöpfung zu sehen. In der »Luther-Bibel für dich« findet sie die Erklärungen prima, damit sich auch junge Leute gut zurechtfinden können.

Besuchende Konfis waren überrascht

Gerner liebt es, Zeit mit ihren drei Enkeln zu verbringen und hatte schon Gruppen von Konfirmanden zu Gast. Die waren überrascht, was es in der Bibelsammlung zu entdecken gibt: »Haben Sie die alle gelesen?«, zitiert sie schmunzelnd einen Jugendlichen. Auch wenn der Inhalt ihr seit langem vertraut ist, schätzt es die Seniorin, die Bücher immer wieder zur Hand zu nehmen, darin zu lesen und Illustrationen zu betrachten. Selbst Kostbarkeiten sind nicht nur zum gelegentlichem Abstauben gedacht.

Das älteste Stück, zugleich einer der dicksten Schinken, stammt aus dem 18. Jahrhundert und enthält viele Erklärungen zu biblischen Geschichten. Nicht zu übersehen sind auch große Bände mit bildlichen Interpretationen von Künstlern wie Friedensreich Hundertwasser, Ernst Fuchs und Marc Chagall, jeweils in eigenem Federstrich gehalten. »Mystisch wirken Blautöne der Motive von Friedrich Hechelmann«, zeigt Gerner und blättert in den Band hinein. Kräftige Farben bevorzugte Andreas Felger und ein Markenzeichen von Rosina Wachtmeister sind die Hervorhebungen in Gold.

Zeugen der Vergangenheit zwischen den Buchseiten

Auch ihr Ehemann machte Gerner Bücher zum Geschenk, andere gab es von anderen zu Geburtstagen. Manche Bibeln kamen durch Bekannte zu ihr, etwa Bände in Brailleschrift. Mitunter findet sie auch in älteren Büchern Zeugen der Vergangenheit, zum Beispiel ein Bild eines jungen Mannes in Uniform, der diese Bibel in Kriegszeiten bei sich trug.

Mit Einband aus Kork und Seiten aus umweltfreundlichem Apfelpapier schmeichelt ein Neuzugang den Händen. Mit der Lupe zu lesen ist das Vaterunser in Miniatur. Was die leidenschaftliche Sammlerin mag, sind Geschichten – zur Schöpfung, über die Arche Noah, starke Frauen oder rund um die Bücher selbst: Evita Gründler, erzählt Gerner zum Beispiel, habe als erste Frau biblische Bilder in bischöflichem Auftrag beitragen dürfen. »Sie wählte warme, erdige Farben«, sagt die Sammlerin.

Nacktaufnahmen und grelle Farben

»Außergewöhnliches habe ich auch«, sagt Gerner und zeigt eine limitierte Auflage New Yorker Designer. Das Buch wirkt provokant: Nacktaufnahmen und grelle Farben prägen es.

Von Nicole Weisheit-Zenz

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