Evangelische Sonntags-Zeitung

Angebote und Themen

Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der Evangelischen Sonntags-Zeitung zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular sind wir offen für Ihre Anregungen.

AngeboteÜbersicht
Menümobile menu

Theater

Auf der Suche nach Gott im Theater

esz / Ralf TrieschHartmut Hühnerbein begeistert in Haiger als Schauspieler auf der Bühne.

Haiger . Was passiert mit den »Leichen«, die ein Sterbender in seinem Keller hat? Sie lassen, wo sie sind, oder zum »Großreinemachen« ansetzen? Hartmut Hühnerbein gibt auf der Bühne seines Theaterstücks eine klare Antwort.

Darf man sich den ernsten Themen Sterben, Krankheit, Tod humorvoll nähern? Klar darf man, wenn man es niveau- und respektvoll tut, mit Fingerspitzengefühl und der richtigen Mischung zwischen Slapstick und Tiefgang. Genau das ist Hartmut Hühnerbein mit dem Ein-Personen-Stück »(K)ein letztes Vaterunser« gelungen. Mehr als 260 Besucher in der Haigerer Stadthalle belohnten den Schauspieler, der im echten Leben Pfarrer ist, mit lang anhaltendem Applaus. Hühnerbein hatte das Stück gemeinsam mit dem Frankfurter Autor und Regisseur Thomas Klischke geschrieben und inszeniert.

Ein-Personen-Theaterstück

Im Mittelpunkt stehen der nach schwerer Krebserkrankung im Sterben liegende Ex-Manager Paul Angelmann und der Pensionär Martin Fels. Fels will eigentlich nur seine geliebten »Boskop-Napoleon«-Äpfel ernten, als er gerufen wird, weil der Kranke unbedingt »mit einem Fremden reden will«. Was Angelmann von Fels verlangt, bringt den Ruheständler mächtig ins Schwitzen. Der einstige Marketingleiter hat einige »Leichen« im Keller und plant am Ende seiner Tage ein »Großreinemachen«, das Fels überhaupt nicht gefällt.

Soll er widerspruchslos zusehen, wie der völlig verbitterte Sterbende seinen Nachfolger in der Firma denunziert, seiner Frau wichtige Lebensbereiche vorenthält und den gemeinsamen Sohn an den Rand der Familie drängt. Was soll Fels tun? »Augen zu und durch«? Das kann er nicht. »Warum muss ich ausgerechnet zu diesem Kotzbrocken?«, fragt er im Zwiegespräch mit Gott.

Zwietracht und Hass am Ende des Lebens

Fels verwickelt den Sterbenden in ein Gespräch, fragt nach, bringt Angelmann zum Nachdenken. »Wem nutzen all der Hass, die Zwietracht und die Denunziation?«, fragt Fels und rät dem Sterbenden: »Sei dankbar für jeden Tag, nutze ihn und füll ihn aus, anstatt Krieg zu führen.« Von Ralf Triesch/esz

Diese Seite:Download PDFDrucken

to top