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Umsonstladen Hochheim

Hier gibt es noch was umsonst

Lieselotte WendlMira Hehl (27) und Georg Wiemeyer (65) vom Team der Ehrenamtlichen in dem Laden zeigen ein paar der Schmuckstücke.

HOCHHEIM. Die Jacke zu klein geworden, die Vase passt nicht mehr zur Einrichtung. Bevor diese Sachen im Müll landen, besser im Umsonstladen in Hochheim abgeben.

Das kobaltblaue Kaffeeservice mit üppigem Goldranddekor ist ein echter Blickfang. Wer es nicht so mit verspielten Mustern und zartem Porzellan hat, findet vielleicht eher Gefallen an dem blauen Keramikgeschirr im Landhausstil. »Für jeden etwas dabei«, sagt Georg Wiemeyer, und er meint es genauso. Denn in den neuen Umsonstladen in Hochheim kann jede und jeder kommen und mitnehmen, was ihm oder ihr gefällt. In dem ehemaligen Schuhgeschäft findet sich kein Sammelsurium altmodischer Waren, die keiner mehr will. Es geht nicht um Bedürftigkeit, auch wenn sicher manch einer, der hierherkommt, froh ist, dass er nichts bezahlen muss. 

Ein ökumenisches Projekt

Ganz bewusst spricht das Team, das den Umsonstladen betreibt und verwaltet, nicht von Abgabe und Annahme. Vielmehr gibt es »Stöberzeiten« und »Bringzeiten«, denn es geht um Nachhaltigkeit. Dinge so lange zu verwenden, wie sie brauchbar und schön sind, ist der Wunsch, der hinter dem Projekt steht. Entstanden ist die Idee im Ökumenischen Sozialausschuss von Hochheim, in dem die evangelische und die katholische Kirchengemeinde zusammenarbeiten. 

Bunt gemischtes Team

Inzwischen hat sich ein Team von rund 40 ehrenamtlich Engagierten zusammengefunden, das sich in unterschiedlichen Bereichen engagiert. Mira Hehl zum Beispiel kümmert sich mit Georg Wiemeyer um die Organisation und die Öffentlichkeitsarbeit. Die 27-Jährige ist zurzeit auf Arbeitsuche und will die ihr zur Verfügung stehende Zeit sinnvoll einsetzen. Wiemeyer ist Pensionär, so wie ein großer Teil des Teams, dem aber auch etliche Menschen mittleren Alters und Jüngere angehören. 

Das »Bringteam« etwa ist immer dann vor Ort, wenn der Laden geöffnet ist, um gespendete Waren entgegenzunehmen. Ganz bewusst sind diese zweimal zwei Stunden in der Woche getrennt von den »Stöberzeiten«, die zweimal jeweils drei Stunden den Kunden zur Verfügung stehen. Gebracht werden können Dinge, die zum Hausrat gehören – aber nicht mehr, als ein Mensch mit zwei Armen tragen kann. Die Waren sollten sauber und intakt sein. Nicht angenommen werden Kleidung, Kindersachen, Lebensmittel, Pflanzen und Möbel. Wer solche Gegenstände abgeben kann, erhält im Laden die Kontaktdaten anderer Initiativen in der Region, die – wie etwa »Tisch und Teller« von der Diakonie in Flörsheim oder »Anziehpunkt« vom Caritasverband in Hofheim – diese Waren annehmen und gegen geringes Entgelt weiterverkaufen.

Spenden willkommen

Bereits in den ersten drei Wochen der Öffnung war der Zuspruch gut. So kamen in den drei Stunden der Stöberzeiten jeweils bis zu 120 Kunden. Und auch an gebrachten Gegenständen mangelt es nicht, das Lager hinter dem Verkaufsraum ist gut gefüllt, so dass immer gleich nachgefüllt werden kann, wenn ein Regal leer zu werden droht. 

Wie der Name sagt, gibt es im Laden alles umsonst. Wenn jemand dennoch gerne etwas bezahlen möchte, so kann er das als Spende überweisen. Denn für Miete und Nebenkosten fallen selbstverständlich Kosten an, auch »wenn uns der Vermieter sehr entgegenkommt«, lobt Wiemeyer. 

Umsonstladen: Weiherstraße 39, Hochheim, Stöberzeiten: mittwochs 15 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 13 Uhr, Bringzeiten: montags 10 bis 12 Uhr, donnerstags 17 bis 19 Uhr

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