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Jubiläum

Manfred und Bernd Braun seit 60 Jahren im Posaunenchor

eöa/Traudi SchlittManfred (links) und Bernd Braun haben einen langen Atem.

ALSFELD. Der eine war 19, der andere 15, als sie in den Altenburger Posaunenchor eintraten. Im Jahr 1959 war das. Ihren Abschied schieben Manfred und Bernd Braun gerne noch eine Weile hinaus.

Die Zeit, in der Schule fertig ist und die Ausbildung beginnt, ist für viele Menschen eine Umbruchzeit. Auch für Manfred und Bernd Braun. In dieser Zeit hätten sie begonnen, auszugehen und sich eine Beschäftigung zu suchen, erzählt Bernd Braun. Und da seien sie in den Altenburger Posaunenchor eingetreten. Für junge Männer im Alter von 19 und 15 Jahren gibt es wahrlich schlechtere Beschäftigungsoptionen.

Ins Kino und was trinken gehen

Nicht dass es in Altenburg damals sonderlich viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung gegeben hätte. »Naja, wir sind dann sonntagabends ins Kino und haben auf dem Rückweg bei Schönheits ( ein Lokal in Altenburg, Anm. der Red. ) noch etwas getrunken«, sagt Manfred Braun, der ältere der beiden Brüder. »Das war dann so der Sonntag.« Sein Bruder Bernd ergänzt: »Man war ja auch noch nicht so mobil und daher auch auf die Angebote im Ort angewiesen.«

Was ja nicht schlecht sein muss – und das war es auch nicht. Gemeinsam mit drei anderen Anfängerinnen und Anfängern entlockten sie ihren Instrumenten ihre ersten Töne, und zwar im Wohnzimmer des Ausbilders. »An diese Zeit haben wir schöne Erinnerungen«, sagen die beiden Brüder.

Auszeichnung für langen Atem

Seitdem sind sie dabeigeblieben. Mittlerweile mehr als 60 Jahre lang. Für ihren langen Atem sind sie kürzlich ausgezeichnet worden. Neben der Freude am Musizieren spiele die Geselligkeit eine große Rolle im Altenburger Posaunenchor, berichtet Bernd Braun. Nach 50 Jahren hätten sie vorgehabt, aufzuhören, sagt er. Aber dann hätten sie es doch verschoben. Und vor ein, zwei Jahren habe Manfred Braun mal daran gedacht, ob es nicht langsam doch mal reiche, erzählt er: »Aber es ist schön im Posaunenchor.« Thema erledigt.

Schön ist es immer noch, obwohl das Vereinsleben heute schon anders als damals ist. Früher seien sie häufiger auf Posaunentagen gewesen, erinnert sich Bernd Braun: »Das ist alles weniger geworden.« Es koste eben viel Organisationsaufwand, eine Bläsergruppe unter einen Hut zu bringen. Früher sei ihr Chor auch viel häufiger als heute angefragt worden, um bei runden Geburtstagen oder Jubiläen ein Ständchen zu bringen. Immerhin: Als Manfred Braun kürzlich 80 Jahre alt wurde, hat er so ein Ständchen bekommen.

Kein Gedanke ans Aufhören

Ans Aufhören verschwenden sie derzeit keinen Gedanken. » Unser Posaunenchor ist bunt gemischt«, sagt Bernd Braun. »Wir mögen uns alle und mit allen zusammen macht es einfach immer noch großen Spaß.« Sein Bruder bringt einen weiteren Grund vor: »Außerdem soll man sich ja auch im Alter noch fordern, um der Demenz vorzubeugen. Musik gilt dafür ja als besonders gut geeignet. Wenn man sich anstrengen muss, und die Noten müssen vom Kopf auf die Hände, dann ist das schon was.«

Von Traudi Schlitt

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