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Musik

Und jeden Tag ein Lied in der Corona-Zeit

epd-mitte-westEugen Eckert ist gespannt darauf, wie viel Entschleunigung die Menschen in die Zeit nach der Corona-Pandemie mitnehmen werden.

Frankfurt. Was macht ein Liedermacher, wenn alles abgesagt ist: neue Songs schreiben. 66 Stück hat Eugen Eckert bereits fertig. Das übergreifende Thema natürlich die Corona-Pandemie.

Von einem auf den anderen Tag war alles anders: Der März begann für Eugen Eckert noch trubelig. Jeden Abend stand er an einem anderen Ort auf der Bühne und machte Musik. Die Auftritte waren Teil einer Konzerttournee zu Liedern über die Psalme. Die Kirchenräume waren gut besucht, der Stimmung prächtig. Doch der letzte Auftritt in Niedernhausen verlief anders. Es war der 12. März. Plötzlich hielten die Menschen Abstand voneinander, einge trugen sogar Handschuhe, niemand umarmte sich mehr: Und das Coronavirus war auf einmal Gesprächsthema Nummer eins. Keine zwei Tage später dann der Lockdown.
Keine Auftritte. Keine Proben. Keine Treffen mehr. »Ich haben zu diesem Zeitpunkt das Coronavirus unterschätzt, es persönlich angesichts der bis dahin gut besuchten Konterte und dadurch, dass wir unterwegs waren nicht so ernst genommen«, sagt Eugen Eckert. Es sei für ihn ein Schock gewesen als es ersten Absagen hagelte. »Eines nach dem anderen wurde abgesagt: Chorwerkstätten, Konzerte«, zählt Eckert auf.

Gegen die Schlaflosigkeit

»Diese Erfahrung hat mir zugesetzt. Nachts habe ich nicht gut geschlafen«, gesteht der Frankfurter. Doch stundenlang im Bett wälzen? Oder lieber die gewonne Zeit nutzen? Für den Liedermachen war dies keine schwierige Entscheidung. Und so nutzte Eugen Eckert den Lockdown zu etwas, was er besonders gut kann: Lieder schreiben. Tag für Tag ein neues. »Die Zeit war da, jeden Tag mit voller Kraft dranzubleiben, Termine gab es ja nicht«, so Eckert.
Entstanden sind nachdenkliche Songs über das ungewohnte Leben im Lockdown. Corona schwingt in allen mit, auch wenn es nicht wörtlich genannt wird. Es sind Lieder gegen die Angst dabei, Lieder die fragen »Auf welches Ende wir hin leben wollen«, »Wie komme ich aus der Dunkelheit wieder raus?«, aber auch Hoffnungslieder, dass aus einer Krise etwas Gutes erwachsenen kann. Und Lieder über Dankbarkeit. »Wir brauchen Lieder, die klar sagen, wie schön das Leben ist«, so Eckert.
Corona oder eher die erzwungene Entschleunigung, so hat der Liedermacher gemerkt, habe seinen Blick auf viele Themen geschärft. »Wenn ich sonst ein Lied schreibe, muss ich mir die Zeit aus der Rippe leiern, jetzt war sie einfach da«, sagt Eckert lachend. Zeit zum Nachdenken, Zeit zu Innehalten, Zeit das Leben zu überdenken. »Bei allem, was in dieser Zeit schlimm ist, es gibt auch positive Effekte. Ich bin gespannt, was von ihnen übrig bleiben wird, was aus der neuen Vernunft wird«.

Das Thema Corona ist noch lange nicht erschöpft

Mittlerweile sitzt Eckert nicht mehr jeden Morgen in seinem Arbeitszimmer und schreibt. Mit dem Ende des Lockdowns hat sich nach und nach sein Terminkalender wieder gefüllt. Online-Diskussionen, Taufen, Videokonferenzen und die Urlaubsseelsorge auf der Insel Spiekeroog füllen langsam die Leere des Frühjahrs. »Doch das Thema Corona ist noch lange nicht erschöpft«, weiß er. Nicht wenige seiner Lieder sind bereits vertont. 13 wird seine Band »Habakuk« für eine neue CD einsingen, 13 werden in eine Fortsetzung seines musikalischen Psalmen-Projekts fließen. Andere Songs sind an Kirchenmusiker wie Berhard Kießig, Thomas Gabriel oder Peter Reulein gegangen.

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