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Tod und Würde

Auch das Sterben kann bunt sein

eöa/Elisabeth FauthWerden in ihrem Alltag regelmäßig mit dem Tod konfrontiert: Thomas Neuhaus (von links), Eva Stegemann, Pfarrer Joachim Naurath und Agnes Knott beim Gesprächsabend in der Kirche in Limburg.

Limburg . Über das Sterben wird in der Gesellschaft wenig gesprochen. Dabei heißt es oft, man wolle den Sterbenden ihre letzten Wünsche erfüllen. Doch welche sind das eigentlich?

Niemand weiß, wann es Zeit ist, den letzten Weg zu gehen. Ein Gesprächsabend des Dekanats Runkel beleuchtete Angebote zu Hospizarbeit und Palliativmedizin aus der Region, bei denen »In Würde sterben« – so auch der Titel des Abends – im Mittelpunkt steht. »Viele Befragungen zeigen uns, dass etwa Zweidrittel der Deutschen sich wünschen, zu Hause zu sterben«, berichtete Thomas Neuhaus, Chefarzt Hämatologie, Internistische Onkologie und Palliativmedizin am St. Vincenz-Krankenhaus in der Evangelischen Kirche in Limburg. Tatsächlich stürben aber immer noch etwa 50 Prozent der Menschen im Krankenhaus.

Schwerkranke begleiten

Neben Neuhaus gaben Agnes Knott, zweite Vorsitzende der Hospizdienste Limburg, und Eva Stegemann, stellvertretende Leitung des Anavena Hospizes in Hadamar, einen Einblick in ihre Arbeit. Moderiert wurde der Abend von Pfarrer Joachim Naurath, im Dekanat zuständig für Bildung und gesellschaftliche Verantwortung. Das Ziel des Hospizdienstes in Limburg sei, schwerkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen zu begleiten, erläuterte Agnes Knott. Für die ausschließlich ehrenamtlichen Mitarbeiter seien dabei Empathie, Offenheit und Warmherzigkeit wichtig. Ergänzend werden diese in speziellen vierteljährlichen Kursen für ihren Hospizdienst qualifiziert. Beistand alleine reiche jedoch nicht. Zusätzlich sei vielfach medizinische und pflegerische Hilfe nötig.

Feinfühligkeit und Wunscherfüllung

Das übergeordnete Ziel einer palliativ-medizinischen Behandlung sei, ein Sterben in Würde zu ermöglichen, erklärte Neuhaus. Wenn es medizinisch verantwortbar sei und vom Patienten gewünscht werde, solle ihm Hilfe für eine möglichst beschwerdefreie Rückkehr in die gewohnte Umgebung geboten werden. Eine umfassende Linderung und Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und Angehörigen könne beispielsweise erreicht werden durch: effektive Symptomkontrolle, Integration physischer, psychischer, sozialer sowie seelsorgerischer Bedürfnisse und eine Feinfühligkeit für individuelle Wünsche.

Rückgang der Verankerung

Hierfür werde auf der Palliativstation des St. Vincenz-Krankenhauses fachgebietsübergreifend zusammengearbeitet. In den vergangenen Jahren hätten Palliativ-Medizin und Hospizarbeit in Deutschland stetig an Bedeutung gewonnen. Ein wichtiger Grund dafür sei zum Beispiel ein Rückgang religiöser und familiärer Verankerungen und ein auch daraus resultierender höherer Bedarf an fremder Hilfe, führte Neuhaus weiter aus.

Sterben ist auch Leben

Übereinstimmend berichteten die Referenten, dass sie und ihre Mitarbeiter von Patienten und ihren Angehörigen viel Wertschätzung zurückbekämen. »Wir erfahren in diesem Prozess so viel über das Leben. Es ist bunt – und auch das Sterben kann bunt sein, denn das Sterben ist auch noch Leben«, konstatierte Agnes Knott abschließend.Von Elisabeth Fauth

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