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Problem Wasser

Billiges Essen ist real viel teurer

eöa/Silke RummelFelix Prinz zu Löwenstein aus Otzberg ist bekannt als Kritiker der modernen industriellen Landwirtschaft.

GROSS-UMSTADT. Ohne Wasser geht nichts auf der Welt, ob in Kapstadt oder in Groß-Umstadt. Probleme mit dem Wasser gibt es an beiden Orten: Südafrika kämpft mit dem Wassermangel, Groß-Umstadt mit einer zu hohen Nitratbelastung. »Genug für alle? – Der Kampf ums saubere Wasser« hieß das Thema beim Diskussionsabend im sehr gut besetzten Groß-Umstädter Gemeindehaus.

Es ist genug für alle da, nur nicht für jedermanns Gier«, sagte Ute Greifenstein, Referentin für Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe. Sie berichtete, dass afrikanische Frauen mit 30 Liter Wasser täglich für sechs Personen auskommen müssten. 3,5 Milliarden Menschen haben mindestens einmal im Monat Probleme mit der Wasserversorgung. Dürren und Überflutungen nähmen zu, ebenso die Wasserverschmutzung. Das seien Zeichen des Klima wand els, den der steigende C O 2 -Ausstoß und die Vernichtung von CO 2 -Speichern verursachten.

Moderne Lebensweise braucht viel Wasser

2014 seien weltweit 18 Millionen Hektar Wald abgeholzt worden, bilanzierte Greifenstein. Das sei eine Fläche achteinhalb Mal so groß wie Hessen. 2016 seien knapp 30 Millionen Hektar Wald vernichtet worden. »Wir verbrauchen durch unsere Konsumgewohnheiten sehr viel Wasser«, klagte sie. Sie meinte damit beispielhaft den hohen Fleischverzehr oder den Genuss von Erdbeeren außerhalb der heimischen Saison aus fernen Ländern. Greifensteins Appell: die Konsumgewohnheiten überdenken.

Riesige Felder überzogen mit weißgrauen Plastikfolien

Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft, zeigte ein Bild aus der südspanischen Provinz Almería. Hier sind riesige Felder mit weißgrauen Plastikfolien überzogen. »Wer im Winter Tomaten kauft oder sich an einem Gemüse- und Salatbüffet bedient, hat es mit Produkten zu tun, die mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit dort gewachsen sind«, erklärte er.

Landwirtschaft ist Opfer und Täter

Bewässert werde auf Grundlage von fossilem Grundwasser aus 2000 Meter Tiefe, bewirtschaftet von Flüchtlingen aus Afrika unter schlechten Arbeitsbedingungen. »Und das«, so Löwenstein, »weil wir so essen, wie wir essen«. Die Landwirtschaft sei das erste Opfer des Klimawandels und zugleich Täter. »Der konventionelle Landbau ist den Weg gegangen, sich von der Natur zu emanzipieren«, sagte er. Bei Unwettern seien die Böden durch zu viel Dünger nicht mehr in der Lage, die Wassermengen aufzunehmen. Die Schlammlawinen, die aus den Kellern in den Dörfern geschaufelt würden, seien mal Ackerboden gewesen.esz/Von Silke Rummel

Felix Prinz zu Löwenstein: »Food Crash – Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr«; Pattloch Verlag 2011; gebundene Ausgabe 320 Seiten; 19,99 Euro; Taschenbuchausgabe 9,99 Euro.

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