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Situation in der Demokratischen Republik Kongo

»Das Land nicht Idioten überlassen«

Gerrit MaiDie mangelnde Infrastruktur in der Demokratischen Republik Kongo hemmt die Entwicklung des Landes.

WEHRHEIM. Die politische Lage in der Demokratischen Republik Kongo spitzt sich zu, während die Wirtschaft des eigentlich reichen Landes danieder liegt. Eine besondere Rolle dabei, darauf aufmerksam zu machen, kommt Partnerschaften von Kirchengemeinden zu.

Angeblich bekommt bekommt rein statistisch eine Kuh in Deutschland mehr Subventionen als ein Bauer in Afrika. Nelson Mandela hat zu diesen Verhältnissen gesagt: »Das, was in Afrika geschieht, hat auch einen Einfluss auf seine Beziehungen zur Welt. Nachhaltigkeit in Wachstum und Entwicklung erfordern daher Frieden, Sicherheit und Stabilität und die Einigkeit des afrikanischen Kontinents. Frieden ist die stärkste Waffe für die Entwicklung.«

Von Frieden und Sicherheit ist die Demokratische Republik Kongo noch weit entfernt. Das hat Pfarrer Matthias Laux aus Wehrheim beim Kongo-Seminar der Vereinigten Evangelischen Mission (VEM) in Wuppertal wieder hören müssen. Seine Kirchengemeinde hat seit Anfang der 1970er Jahre eine Partnerschaft mit der baptistischen Kirche Communauté Episcopale Baptiste en Afrique (CEBA) in Lubumbashi, der nach der Hauptstadt Kinshasa zweitgrößten Stadt des Kongo. Für diesen Sommer plant er einen Besuch der Partner, und er wollte von den Fachleuten der VEM hören, wie sie die Situation einschätzen.

Der Präsident krallt sich an die Macht

Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen. Denn das Land steckt in einer Verfassungskrise, weil Joseph Kabila Präsident bleiben will. Bereits 2016 hätte er nach zwei Amtsperioden seinen Hut nehmen müssen, aber er zögert Neuwahlen immer wieder hinaus. Neuester Termin ist der 23. Dezember 2018, und die Bevölkerung hofft darauf, denn die Situation ist unerträglich. Es gibt keine Pressefreiheit, öffentliche Versammlungen sind verboten, Gegnern drohen Verfolgung, Gefängnis und Tod. Soldaten werfen Granaten sogar in Kirchen, und Pastor Francois David Ekofo lebt nach einer kritischen Predigt wie viele andere Regime-Kritiker jetzt im Exil.

Das entsetzt Jean Mutombo, ökumenischer Mitarbeiter der VEM. Er ist der Wehrheimer Partnerschaft verbunden und gehört für die CEBA der Synode der Église du Christ au Congo (ECC) an, die rund 25 Millionen Protestanten im Land vertritt. Mutombo vermisst einen weltweiten Protest der Protestanten, aber auch den der deutschen Regierung, gegen die Machtgier Kabilas. »Die Weltöffentlichkeit muss endlich gegen die Verletzungen der Menschenrechte vorgehen«, lautet seine Meinung.

In Kinshasa kocht man mit Tomaten aus Italien

Boniface Mabanza von der kirchlichen Arbeitsstelle südliches Afrika in Heidelberg geht nicht davon aus, dass der von der Bundesregierung angeregte »Marshallplan« für Afrika eine Verbesserung bringt. »Mit der Reaktion gerade jetzt möchte der Westen nur die Flüchtlingsströme eindämmen«, ist er sich sicher.

Der Kongo sei ein reiches Land, jede Menge Bodenschätze wie Kobalt, Diamanten oder das zur Herstellung von Handys wichtige Coltan, Chancen für Tourismus, genügend Wasser, große Biodiversität und eine Landwirtschaft, die die Bevölkerung ernähren könne. Das Problem sei eine fehlende Infrastruktur. »Tomaten verrotten auf dem Feld, während in Kinshasa mit Tomatenmark aus Italien gekocht wird«, beschreibt Mabanza. Die Regierung müsse weg: »Wir können unser wunderbares Land doch nicht diesen Idioten überlassen.«

Von Gerrit Mai

In Wehrheim gibt es am 22. April um 10 Uhr einen Partnerschaftsgottesdienst mit Jean Mutombo.

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