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Corona in Afrika

Dekanat Nassauer Land unterstützt Tansania im Kampf um Corona

Bernd-Christoph MaternMit Lautsprecher-Durchsagen und Flugblättern klären die Partner des evangelischen Dekanats Nassauer Land im Mabira-Distrikt in Tansania darüber auf, wie sich die Menschen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen können.

SINGHOFEN/MABIRA. Die Menschen im Dekanat Nassauer Land sorgen sich wegen Corona um die Partner im Bezirk Mabira in Tansania. Der Arbeitskreis »Nassau-Mabira« will die Menschen dort unterstützen, um das Schlimmste abzuwenden.

Bernd-Christoph MaternDie vom Arbeitskreis Nassau-Mabira initiierte Ausbildungskooperation Mavec bildete unter anderem drei Näherinnen aus. Diese nutzen ihr Know-how nun, um Gesichtsschutzmasken zu nähen.

Das Coronavirus macht vor keinem Land auf dieser Welt Halt. Auch in Afrika ist die Pandemie längst angekommen. »Schulen, Berufsschulen und Universitäten sind sehr schnell geschlossen worden«, berichtet Berthold Krebs, Vorsitzender des Dekanat-Arbeitskreises, aus Tansania. »In der Karagwe-Diözese, wozu Mabira gehört, hat Bischof Bagonza ebenfalls alle kirchlichen Veranstaltungen, wie Gottesdienste und andere Zusammenkünfte, untersagt. Ob das auch für alle anderen christlichen Kirchen und Religionen gilt, ist nicht bekannt.« Offizielle Zahlen über Infizierte gibt die Regierung nicht preis. Private Quellen hätten ihm von einem Todesfall in der Kagera-Region berichtet; in Mabira selbst sei zuletzt noch kein Infektionsfall bekannt geworden, »was sich aber von Tag zu Tag ändern kann«, sagt Krebs.

Vorteil für Landwirte

Im Vorteil seien jetzt Menschen, die sich weitgehend von ihren Erzeugnissen in der Landwirtsschaft ernähren »Das sind in Mabira immerhin etwa 85 Prozent der Bevölkerung«, berichtet Krebs. »Schwieriger ist es für diejenigen, die keine Landwirtschaft haben, weil sie darauf angewiesen sind, ihre Lebensmittel auf den Märkten zu kaufen, wo immer ein ziemliches Gedränge herrscht. Zudem haben viele ihren Job verloren und so etwas wie staatliche Unterstützung gibt es nicht.«

Keine Gottesdienste

Weil es in Mabira derzeit keine Gottesdienste gibt, befinden sich auch die kirchlichen Mitarbeitenden in einer misslichen Lage, wenn sie keine Landwirtschaft haben. Krebs: »Ohne Gottesdienste gibt es keine Kollekten, von denen Pfarrpersonen und die Evangelisten entlohnt werden können.« Der Arbeitskreis hat deshalb eine Nothilfe organisiert, an der sich die deutschen Kolleginnen und Kollegen beteiligen.

Mit einer Soforthilfe in Höhe von 3500 Euro hat der Arbeitskreis bereits die kirchliche Krankenstation unterstützt, damit zur Vorbereitung auf ernste Zeiten Schutzkleidung für die Angestellten, Desinfektionsmittel, und Medikamente gekauft werden können.

Frauen nähen Masken

Wie im Nassauer Land ist in Mabira der Schutz mit Gesichtsmasken wichtig beim Aufenthalt in der Öffentlichkeit, insbesondere auf dem Markt. Auch dabei hilft der Arbeitskreis, vor allem über das von ihm initiierte Partnerschaftsprojekt »MAVEC«, eine Berufsausbildungs-Kooperation. Im Rahmen des Projekts wurden drei junge Frauen zu Näherinnen ausgebildet. »Sie arbeiten und schlafen in einem selbst restaurierten Haus gegenüber eines zentralen Marktplatzes von Mabira«, erklärt Projekt-Koordinator Dietmar Menze. Dank Spenden des Arbeitskreises konnten sie Stoffe kaufen und haben begonnen, Gesichtsmasken zu nähen. »Anregungen und Anleitungstipps bekamen sie von ihren ehemaligen Lehrerinnen der Berufsschule in Nkwenda weit außerhalb ihres Dorfes und auch übers Internet aus Nassau«, erzählt Menze. »Nun können sie nicht nur Masken für ihre Familien und Freunde herstellen, sondern auch etwas Geld für den Lebensunterhalt über den Verkauf der Masken generieren.«

Informationen per Lautsprecherdurchsagen

Und schließlich ist da einmal mehr die Herausforderung, die Menschen in den weit verstreuten Siedlungen möglichst schnell und gut darüber zu informieren, wie sie sich am besten vor einer Ausbreitung des Virus schützen können. Die Partner hatten schnell eine Idee, die sie umsetzten. Sie fahren nun mit einem Geländewagen mit Lautsprecheranlage und Stromgenerator von Ort zu Ort und rufen vor allem an den zentralen Marktplätzen, wo sich viele Menschen treffen, zur Vorsicht auf. 

Von Bernd-Christoph Matern

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