Evangelische Sonntags-Zeitung

Angebote und Themen

Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der Evangelischen Sonntags-Zeitung zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular sind wir offen für Ihre Anregungen.

AngeboteÜbersicht
Menümobile menu

Israels Staatsgründung

Der Preis für ein jüdisches Land

epd/akg-imagesDrei Männer stehen an einem Flaggenmasst und hissen die  israelische Flagge mit dem Davidsstern.Zur Gründung des Staates Israel wird am 14. Mai 1948 in Tel Aviv die israelische Staatsflagge gehisst.

Israel wird 70, immer noch ein junges Land. Ein starkes Heimatgefühl prägt das Gefühl der Israelis zu ihrem Staat, nach wie vor aber auch der israelisch-palästinensische Konflikt.

Alle saßen um das kleine Radio im Speisesaal herum, gespannt auf das Ergebnis«, sagt Zvi Cohen. Der 86-jährige Israeli und Kibbuznik erinnert sich noch genau an den Tag, an dem die UN darüber entschieden haben, ob es einen jüdischen Staat geben soll. Es war der 29. November 1947. »Nacheinander stimmten die Länder ab, und wir zählten jede einzelne Stimme.« Als dann das Ergebnis feststand, seien alle aufgesprungen: »Wir lachten und weinten, sangen und tanzten.«

»Ein großer Moment«

Es sollte noch ein halbes Jahr dauern, bis die Briten aus Palästina abzogen und David Ben-Gurion am 14. Mai 1948 den jüdischen Staat ausrief. »Das war ein erregender, ein großer Moment in meinem Leben«, sagt Cohen. Nach dem Holocaust sei das Ziel der Juden ein eigenes Land gewesen. »Und das hatten wir endlich erreicht.«
Zvi Cohen war damals knapp 17 Jahre alt. Seit mehr als zwei Jahren lebte er schon in Palästina, im Kibbuz Ma’abarot, circa 50 Kilometer nördlich von Tel Aviv. Hinter ihm lagen die Vertreibung aus Deutschland und traumatische Jahre im Ghetto Theresienstadt.

Theodor Herzl gilt als Vater des politischen Zionismus

Die Idee eines jüdischen Staates ist eng verbunden mit der Geschichte der europäischen Juden. Als Vater des politischen Zionismus gilt der Basler Theodor Herzl (1860-1904), erster Präsident der 1897 gegründeten Zionistischen Weltorganisation. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte er den Zionismus zu einer nationalen Bewegung als Reaktion auf die anhaltende Unterdrückung und Diskriminierung der Juden in Europa. Doch erst nach der millionenfachen Vertreibung und Ermordung der europäischen Juden durch die Nazis sah die Weltgemeinschaft die Notwendigkeit eines jüdischen Staates.

Britische Kontrolle geht zu Ende

 Palästina war zu dieser Zeit britisches Mandatsgebiet. Die britische Kontrolle endete rund ein halbes Jahr nach der UN-Entscheidung, Palästina in einen jüdischen und einen arabischen Staat zu teilen – am 14. Mai 1948.

Israel erobert palästinensisches Gebiet

In der Nacht vom 14. zum 15. Mai 1948 marschierten die Armeen Ägyptens, Transjordaniens, Syriens, des Irak und des Libanon ein, um die Proklamation des jüdischen Staates rückgängig zu machen. Im Januar endet der erste Krieg in der Region mit dem militärischen Sieg Israels, das auch einen Teil des Gebiets eroberte, das im Teilungsplan den Palästinensern zugedacht war.

Krieg und Terror bringen Opfer auf beiden Seiten

In das Gedächtnis der Palästinenser gingen die Geschehnisse von 1948/49 als Nakba (Katastrophe) ein, Hunderttausende wurden zu Flüchtlingen. Krieg und Terror gehören seither zur israelisch-palästinensischen Realität – mit vielen Opfern auf beiden Seiten.

Verschiedene Völker mit verschiedenen Kulturen

Ist in Zukunft Frieden in Sicht? Ein Anruf bei dem israelischen Historiker Tom Segev in Jerusalem: Der palästinensisch-israelische Konflikt sei »Teil des Preises«, den man zahle für einen jüdischen Staat, sagt Segev. Nüchtern wirkt seine Einschätzung: Palästinenser und Juden seien verschiedene Völker mit verschiedenen Kulturen, Religionen und Sprachen. »Was sollen die beiden eigentlich für Grundwerte formulieren für ein gemeinsames Leben in einem Staat?«
Elisa Makowski/epd

Tom Segev: »David Ben Gurion. Ein Staat um jeden Preis«; Siedler Verlag 2018; 800 Seiten; 35 Euro

Diese Seite:Download PDFDrucken

Ihre Ansprechpartnerin

Renate Haller (rh)
Chefin vom Dienst

Tel.: 069 / 92107-444
E-Mail

to top