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Stefan Lochers »Darbringung im Tempel«

Die Kinder tragen hohe Absätze

Marlene BroeckersSo sieht Stefan Lochers »Darbringung im Tempel« aus.

DARMSTADT. Im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt lud die Kunsthistorikerin Elisabeth Krimmel ein zu einer jüdisch-christlichen Bildbetrachtung.

Um die Darstellung des Judentums in der christlichen Kunst ging es bei einer Führung im Hessischen Landesmuseum Darmstadt. Die Veranstaltung gehörte zu einer Reihe zum Thema Israel-Palästina, die die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Kooperation mit der Evangelischen Stadtakademie anbietet. Besonders im Blick: das Bild »Darbringung im Tempel« von Stefan Locher, gemalt in Köln anno 1447.

Kirchen verschweigen lange, dass Christus Jude war

Ohne den Bezug zum Alten Testament, der hebräischen Bibel, ist das Christentum mit seinem reichen Bildmaterial nicht zu verstehen. Zugleich legt die christliche Kunst oft Zeugnis ab von ihrer abwertenden Einstellung zum Judentum, wie Godehard Lenwark, der Katholik im Vorstand der christlich-jüdischen Gesellschaft, zur Begrüßung sagte. »Bis in die 1970er Jahre hinein haben es auch die christlichen Kirchen nicht verkündet, dass Jesus Jude war.« Auf vielen Bildern werde Jesus tatsächlich sehr europäisch dargestellt. Einzig Judas, der Verräter, sei an der Nase und den dunklen Augen oft sofort als »böser Jude« kenntlich gemacht, so Lenwark.

Kleines Elfenbein-Relief zeugt von guter Zeit

Bevor die Darmstädter Kunsthistorikerin Elisabeth Krimmel ihre Zuhörerschaft vor dem Lochner-Bild versammelte, wies sie auf ein interessantes kleines Elfenbein-Relief hin, das gleichfalls im Darmstädter Museum hängt. Im Mittelpunkt ist Jesus am Kreuz zu sehen. Zu den Menschen, die zu ihm aufschauen, gehören zwei Frauen. Die eine symbolisiert durch einen Kelch das Christentum, die andere das Judentum beziehungsweise die Synagoge. Das Kunstwerk stammt aus dem frühen elften Jahrhundert und zeugt von einer Phase der friedlichen Koexistenz der Religionen in Deutschland. Auf späteren Kunstwerken ist die das Judentum repräsentierende Figur oft mit verbundenen Augen dargestellt. Soll heißen: Das Judentum ist blind in seinem Unglauben, dass Jesus der Messias sei.

Darbringung im Tempel ist eines der wertvollsten Werke

Die »Darbringung im Tempel« von Stefan Lochner gehört zu den wertvollsten Exponaten des Darmstädter Landesmuseums. Es misst 139 mal 124 Zentimeter, ist gemalt mit Ölfarben auf Eichenholz und strahlt mit vielem Gold und teurem Lapislazuli-Blau mittelalterliche Pracht aus.esz/Von Marlene Broeckers

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