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Politik erklären

Die Welt verstehen

dpa/panther mediaFoto einer Weltkugel.Alles hängt mit allem zusammen: Die Welt ist sehr komplex geworden.

FRANKFURT. In der heutigen komplexen Welt ist es nicht einfach, politische Ereignisse nachzuvollziehen. Aber es gibt Menschen, die genau dabei helfen wollen.

Doris SticklerDrei Männer und eine Frau stehen vor einem Plakat, das Menschen zeigt.Sylvain Mazas (von links), Rayk Anders, Benedikt Reusch und Jennifer Sieglar suchen nach Möglichkeiten, politisches Geschehen zu erklären.

Für jene, die einfache Erklärungen für komplexe Sachverhalte servieren, ist Rayk Anders ein rotes Tuch. Der Journalist macht in YouTube-Videos und seiner Online-Sendung »Headlinez« die Hintergründe politischer Ereignisse verständlich.

Lieblingsfeind der rechten Szene

Dass seine Aufklärungsarbeit nicht nur Zustimmung erntet, nimmt der 30-Jährige in Kauf. Als er etwa im vergangenen September die Doppelgesichtigkeit der AfD thematisierte, wurde er postwendend mit mehr als 2000 Hasskommentaren bombardiert. »Ich bin eine Art Lieblingsfeind der rechten Szene geworden«, umriss Rayk Anders in der Evangelischen Akademie Frankfurt die Folgen seiner Arbeit.

Handwerkszeug zur Politikvermittlung

Zu einem Studientag mit dem Titel »Ich verstehe die Welt nicht mehr!« hatten die Evangelische Akademie, der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder und der Landesverband der Evangelischen Jugend in Hessen eingeladen. Pädagogisch Verantwortliche und Studierende sollten Handwerkszeug für die Politikvermittlung bekommen.

Den Kern der Sache erklären

Was die Vermittlung anbelangt, steht für Anders an erster Stelle: »Ereignisse eingehend behandeln und zumindest den Kern der Sache erklären.« In seinen Politikvideos, mit denen er vorwiegend die 14– bis 34-Jährigen erreiche, nehme er alles, was extremistisch ist, aufs Korn – »von rechts über islamistisch bis links«.
Wie der YouTuber einräumte, wähle er die »Themen sehr subjektiv« aus und erziele unterschiedliche Resonanz. Manchmal seien nur 30.000 Menschen interessiert, der Beitrag über das Attentat auf dem Berliner Weihnachtsmarkt aber habe zehn Millionen angesprochen.

Politik für Kinder aufbereiten

Als Moderatorin der auf Kika, dem Kinderkanal von ARD und ZDF, ausgestrahlten Kindernachrichtensendung »logo!« bereitet die Fernsehjournalistin Jennifer Sieglar das tägliche Geschehen in Politik und Welt für Acht- bis 13-Jährige auf. Die anschauliche Präsentation komplizierter Gemengelagen wird zu ihrer Freude auch von Erwachsenen geschätzt. Immer wieder würden Eltern gestehen: »Wenn ich logo! gucke, verstehe auch ich die Nachrichten besser.«

Comiczeichner erklärt den Nahostkonflikt

Auch Sylvain Mazas erklärt das Zeitgeschehen. Da er selbst den Nahost-Konflikt möglichst umfassend verstehen wollte, machte er ihn zum Gegenstand seiner Diplomarbeit. Drei Monate verbrachte der Comiczeichner dafür in Beirut, sammelte Eindrücke, Stimmen und Fakten, die er anschließend in Worte und Bilder packte. Herausgekommen ist ein 200-seitiges Werk, das den selbsterklärenden Titel trägt: »Dieses Buch sollte mir gestatten, den Konflikt in Nahost zu lösen, mein Diplom zu kriegen und eine Frau zu finden. Teil 1«.
 In Sachen Nahost-Konflikt sei er wiederholte Male nach Beirut gereist, um Teil 2 seines Buches zu verfassen. Dass er seine gewonnenen Erkenntnisse in zweidimensionaler Form vermitteln kann, begreift der 38-jährige Illustrator als Segen. »Mit Hilfe von Zeichnungen ist es leichter, komplizierte Dinge zu erklären.«

Komplexe Welt

Vielleicht widmet er sich ja irgendwann jenen Phänomenen, die Benedikt Reusch in den vergangenen Jahren »gewaltige Schocks« versetzten: »Pegida und AfD, der Brexit und die Wahl Donald Trumps«. Über die Ursachen sinnierend, ist dem Leitungsmitglied im Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder Land Hessen klar: Die Welt ist so komplex geworden, dass er viele Zusammenhänge kaum noch verstehen kann. Aus diesem Grund habe er den Studientag vorgeschlagen.
 Von Doris Stickler

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