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Veranstaltungsreihe »Nachklang« in Mainz-Gonsenheim

Ein Brausen erfüllt das ganze Haus

MAINZ. Gasflammen in Glaszylindern erzeugen ein Brausen, das an Pfingsten erinnert. Es ist als atmosphärische Ergänzung für Gottesdienste und Kunstveranstaltungen gedacht. Aber darauf einlassen muss man sich schon.

Karin WeberAndreas Oldörp installiert probeweise seine »Singenden Flammen« in der Gosenheimer Kirche.

Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.« Diese Worte der Pfingstbotschaft nach Lukas sind bald in Mainz-Gonsenheim in ganz besonderer Weise präsent. Denn Andreas Oldörp, Professor der Hochschule der Bildenden Künste Saar, präsentiert dort seine akustische Installation »one of us cannot be wrong«, die bis zum 30. Oktober in der Kirche erlebbar sein wird.

Die Flammen zünden, Töne werden hörbar

Einige Wochen vor Beginn seiner Kunstaktion demonstriert der in Hamburg lebende Klangkünstler einigen Mitgliedern der Kirchengemeinde, dem Organisten Peter Paulnitz und Pfarrerin Angela Rinn sein Vorhaben. Zwei hohe Glaszylinder hat der Professor hinter dem Altar aufgebaut. Vorsichtig schiebt er eine kleine Flamme in die erste Röhre und dreht das Gas auf. Gespannt beobachten alle Anwesenden, wie die Flamme zündet. Sofort wird ein sanfter Ton hörbar, der sich langsam steigert. Nach dem Entzünden zweite Flamme verdichtet sich der Klang, der konstante Ton schwillt an.

»Die Energie der Zündung nutze ich, um die Luftsäule zum Schwingen zu bringen«, erklärt der Sound-Art-Künstler. Die Längen der Röhren bestimmen den Ton. Je höher die Flammen im Glas reichen, desto obertonreicher und lauter werde der Klang, erläutert er den kniffligen Prozess, der ähnlich funktioniere wie die Orgelpfeifen. Immer wieder dreht Oldörp, der sich seit vielen Jahren mit der Erzeugung natürlicher, konstanter Klänge beschäftigt, an den Stellschrauben der »Singenden Flammen«.

Zwei Klänge, die miteinander korrespondieren

Oldörp sieht seine akustische Arbeit als atmosphärische Ergänzung für das im Wesentlichen für Gottesdienste und Andachten geschaffene Gebäude. Ergänzend ist auch das vielfältige Begleitprogramm zur Ausstellung. »Wir beginnen damit an Pfingsten. Auch in der Pfingstgeschichte geht es um Klang, um ein Brausen: Ein Brausen erfüllt den Raum. Etwas Passenderes gibt es nicht«, sagt Pfarrerin Rinn.

Die von der Stiftung Evangelisches Mainz und der EKHN-Stiftung geförderte Reihe beinhaltet neben dem festlichen Pfingstgottesdienst »Geist und Klang« weitere Veranstaltungen: Organist Peter Paulitz nimmt die Herausforderung an und wird an der Orgel in Dialog mit dem tönenden Kunstwerk treten. Doch auch Töne, die stören, kommen im Rahmen eines Podiumsgesprächs über Tinnitus zur Sprache. Angelehnt ist »Nachklang« zum einen an die Pfingstgeschichte nach Lukas, zum anderen lässt sie das Reformationsjahr nachhallen, etwa im Vortrag über die Bedeutung der Musik für die Reformations- und Kirchengeschichte.

Von Karin Weber

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