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Orgel des Monats in Groß-Eichen

»Ein vortreffliches Werk«

Corinna WillführOtto Peter (von links), Ingrid Pumm, Kerstin Kiehl und ihr Ehemann Rainer Lüddecke erwarten die Rückkehr ihrer Orgel.

MÜCKE. Was sich die Groß-Eichener wünschen: Einen Weihnachtsgottesdienst mit dem neuen und zugleich historischen Klang der Wegmann-Orgel aus dem Jahr 1771.

Otto Peter ist elf Jahre alt, als er die Wegmann-Orgel in Groß-Eichen zum ersten Mal spielt. Heute ist er 75 und hat mehr als 50 000 Stunden an dem Instrument in dem Ortsteil von Mücke im Vogelsbergkreis gesessen – an einem der »wertvollsten barocken Instrumente in der Orgellandschaft Oberhessens«, urteilt die Stiftung Orgelklang der Evangelischen Kirche in Deutschland. Denn die hat das gute Stück zur Orgel des Monats Mai erklärt.

Eine Auszeichnung, die die Stiftung mit 5000 Euro fördert. Das Geld können die Protestanten im Kirchspiel Groß-Eichen und Ilsdorf auch gut gebrauchen. Rund 40 000 Euro haben sie nämlich schon aufgebracht für die Sanierung ihrer Orgel – die auch gerade nicht in der Kirche weilt, sondern bei der Orgelbaufirma Waltershausen im gleichnamigen Ort in Thüringen. Ungefähr 75 000 Euro sind dafür veranschlagt.

Pfarrerin informiert die Gläubigen über den Fortgang

Im Gemeindebrief des Kirchspiels kommt die Orgel selbst zu Wort – natürlich nur im übertragenen Sinne. Pfarrerin Kerstin Kiehl informiert die rund 630 Gläubigen aus Groß-Eichen und die 130 Mitglieder der Nachbargemeinde Ilsdorf regelmäßig in einem »Brief der Groß-Eichener Orgel« über den Stand der Dinge. »Ich wurde gemeinsam mit elf anderen Orgeln von der Jury der Stiftung Orgelklang in Hannover ausgewählt und in das Förderprogramm für 2018 aufgenommen«, ist dort zu lesen. »Jetzt bin ich eine von zehn hessischen Orgeln, die durch die Stiftung gefördert wurden.«

Unzulänglichkeiten durch unkorrekte Renovierungen

Das Instrument mit seinem siebenteiligen Prospekt stammt aus der Werkstatt des Orgelbauers Philipp Ernst Wegmann (1734–1778) aus Frankfurt, seines Zeichens mit dem Titel des »Hochfürstlichen Hessen-Darmstädtischen Hof- und Landorgelmachers« versehen. Orgelbauer Bernhardt aus Romrod, der sie 1856 reparierte, urteilte über die Orgel, dass sie »nach allgemeinem Urteil ein vorzügliches Werk« sei. Im Zuge der aktuellen Restaurierung soll die Spieltechnik im Sinne Wegmanns rekonstruiert und das Pfeifenwerk mit passenden Registern ergänzt werden.

Es gab schon die eine oder andere Unzulänglichkeit durch nicht korrekte Renovierungen Mitte der 1960er Jahre, die der Organist überspielen musste. Dass wird nicht mehr nötig sein, wenn das Instrument aus Thüringen wieder zurück ist.

Von Corinna Willführ

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