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Orgel kehrt zurück

Eine gute Ausdauer zahlt sich aus

eöa/Luise Lutterbach Maike Enders (von links), Wolfgang Roehn, Jutta Geißler-Drosse, Thomas Wilhelm, Bundestagsabgeordnete Antje Lezius, Hilde Speier und Pfarrer Mirko Webler freuen sich auf die neue alte Orgel.

HACKENHEIM. Sie haben sich allerhand einfallen lassen, um eine alte Orgel restaurieren zu können. Aber erst eine Geldspritze aus einem öffentlichen Förderprogramm brachte die Hackenheimer Protestanten ihrem Ziel näher.

Noch liegt der Schatz verpackt in Kisten in der Hackenheimer Schreinerei Eder. Aber bald wird er ans Tageslicht befördert, um die Reise nach Bonn anzutreten, wo er in der Orgelbauwerkstatt Klais erwartet wird: Die Rede ist von der aus dem Ende des 19. Jahrhundert stammenden Stumm-Orgel, die einst in der Christuskirche erklang. Mittlerweile hat die evangelische Kirchengemeinde Hackenheim das als Atelier genutzte alte Kirchengebäude gekauft. Was noch fehlte, war die alte Orgel. Die Kosten für eine Restaurierung waren mittlerweile auch aufgrund gestiegener Rohstoffpreise auf 258 000 Euro gestiegen. Diese Summe verwies den Wunsch der Gemeinde zunächst ins Reich der Träume.

Die Hackenheimer ziehen alle Register

Das jahrelange Ringen um Spenden und Geld zahlte sich nun aus: 121 000 Euro bekommen die hartnäckigen Protestanten durch ein Orgelbauförderprogramm des Bundes vom Staatsministerium für Kultur und Medien. Bis es so weit war, mussten sprichwörtlich alle Register gezogen werden: Vom Antragstellen 2016 bis zum Bewilligungsbescheid 2018 war es ein langer Weg.

Auch mit Hilfe des Sachverständigen für Orgeln und Glocken innerhalb der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Thomas Wilhelm, schaffte der Antrag das zweistufige Ausschreibungsverfahren. »Wir haben an etwas geglaubt, was wir nicht für möglich gehalten haben«, spricht Kirchenvorstand Wolfgang Roehn allen Beteiligten aus der Seele.

Handwerkstechnik wie zu alten Zeiten

Besonders stolz zeigt man sich in Hackenheim darüber, dass die Gemeinde mit der Firma Klais eine weltweit renommierte Firma gewonnen hat, die nicht nur für die Orgel in der Hamburger Elbphilharmonie verantwortlich zeichnet, sondern auch zu den Pionieren in der Restaurierung nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten gehört.

Die Bonner Firma wird nun in den kommenden knapp anderthalb Jahren das Hackenheimer Instrument in ihren Originalzustand als sogenannte »romantische Orgel« mit zwei Manualen und 15 Registern zurückversetzen. Mit einer kleinen Veränderung: Die nach dem Umzug der Orgel in die neue katholische Kirche hinzugekommenen zwei Klangfarben sollen erhalten bleiben, erläutert Thomas Wilhelm und fügt hinzu, dass die Orgel mit Hilfe der Handwerkstechnik, die zur Bauzeit gebräuchlich war, bearbeitet wird.

Die Orgel soll am Reformationstag erklingen

Wenn alles gut geht und die Arbeiten im gewünschten Zeitrahmen verlaufen, wird die Orgel zum Reformationstag am 31. Oktober 2019 wieder in Hackenheim zu hören sein. Über den Stand der Dinge will sich die Kirchengemeinde Hackenheim durch Fahrten nach Bonn informieren, lässt die Vorsitzende des Kirchenvorstandes Jutta Geißler-Drosse jetzt schon wissen.

Von den kalkulierten Kosten in Höhe von 258 000 Euro kommen aus dem Fördertopf 121 000 Euro, Oldtimerrallye und Benefizdinner brachten 20 000 Euro, 5000 Euro gibt es von der Stiftung Orgelklang, 25 000 Euro von der hessen-nassauischen Kirche und 90 000 Euro zahlt die Kirchengemeinde.

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