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#Kirche2060

Freiräume, Hilfe und offene Ohren

privatJonas Engelhard, Pfarrerin Jutta Becher, Stine Junge und Kim Zurawski (von links) bilden ein Team auf Zeit.

GIESSEN. Es gibt 120 evangelische Gemeinden für Studentinnen und Studenten in Deutschland. Hier treffen sich junge Menschen zwischen 20 und 30. Was tun sie dort? Was brauchen sie? Wie ticken sie? Drei junge Menschen und eine Pfarrerin geben Antworten – in der Evangelischen Studierendengemeinde in Gießen.

Andrea SeegerIn der Evangelischen Hochschulgemeinde finden die jungen Menschen Heimat und Halt in einer wichtigen Phase des Lebens.

Stine Junge ist 22 Jahre alt. Die Studentin der Kindheitspädagogik stammt aus Itzehoe. Dort hat sie sich in der Gemeinde engagiert. Sie machte Abitur und bekam einen Studienplatz in Gießen. »Als ich hierherkam, wollte ich in einer Gemeinde andocken. Eine Gemeindepädagogin gab mir einen Tipp und ich ging in den Gottesdienst. Dann besuchte ich noch einen Gottesdienst in einer anderen Kirche, habe interessante Predigten gehört, aber die Menschen dort waren alle über 50«, bilanziert die junge Frau.

Zoom-Veranstaltung zum Semesteranfang

Sie fühlte sich weder angesprochen noch aufgehoben. Und suchte weiter. Sie stieß auf die Homepage der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG). Dort war unter anderem eine Zoom-Veranstaltung angekündigt, zum Semesteranfang. Sie ging hin. «Eva vom ESG-Team hat mir gleich ein Namensschild gemalt mit einem Fuchs drauf, das hat mir gefallen«, freut sie sich noch heute. Stine blieb lange an diesem Abend. Fortan gehörte sie zum Team. Das Andocken war geglückt.
Jeder kann kommen und gehen wie er will
Jutta Becher, eine von zwei Pfarrern der ESG in der Gießener Henselstraße 7, freut sich über sehr engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Haken an der Sache: Sie, ihr Kollege Andreas Engelschalk, Doris Kreuzkamp, Referentin für Internationales, Bildung und Beratung, und Sekretärin Karin Fahl müssen immer wieder Abschied nehmen. »Manche kommen drei oder fünf Mal, andere ein Semester lang, dann nicht mehr«, erklärt die Mitfünfzigerin. Aber sie seien eben ein offenes Haus. »Jeder kann kommen und gehen wie er will – ohne schlechtes Gewissen. Das Modell einer lebenslangen Gemeinde sticht heute nicht mehr«, findet die Pfarrerin.

Manche brauchen Platz, andere mehr Struktur

Jonas Engelhard (24) sagt von sich selbst, dass er eine Bühne brauche, Selbstdarsteller ist. Und diesen Raum habe er in der ESG bekommen. »Manche brauchen Platz«, sagt Becher, »andere mehr Struktur«. Das Alter zwischen 20 und 30 sei ein Training für das Leben, eine Zeit der Umbrüche, des Ausprobierens. Das ist auch bei Kim Zurawski so. Die 21-Jährige hat bis zum Wintersemester 2019/20 Tiermedizin studiert, fünf Semester lang. »Ich möchte aber nicht meine Arbeit an Wirtschaftlichkeit orientieren, sondern am Dienst für die Gesellschaft, für die Gemeinschaft«, erklärt sie. Und die fände sie in der Kirche. Deshalb wechselt sie das Fach, wird Soziale Arbeit studieren und im kirchlichen Umfeld arbeiten.

Kürzung der Pfarrstellen verstehen sie hier nicht

Das erwarten die drei übereinstimmend von ihrer Kirche: Hilfestellung und Freiräume. Und dass Erwachsene ihnen zuhören. Was hier alle nicht verstehen, ist die Kürzung der ESG-Pfarrstellen um die Hälfte. Denn genau hier, in dieser Studierendengemeinde, erreiche die Kirche die jungen Leute, die ihr sonst den Rücken kehrten.Andrea Seeger

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