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Kinder

Gemeinsam krabbeln, zusammen groß werden

Doris SticklerInklusion beginnt im Kindesalter. Davon sind Michael Frase (von links), Ute Sauer, Brigitte Henzel, Lisa Maria Alfano und Rita Boller überzeugt.

Frankfurt . Nur ein Bruchteil von Kindern mit Behinderung geht in eine Krippengruppe. Dabei ist diese Förderung für alle Kinder wichtig. Auch die Eltern erhalten so ein Stück Normalität in ihrem Alltag. Frankfurt ist hier Vorreiterin.

Vor zwei Jahren wurde die »Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen« gesetzlich verbrieft. Doch Papier ist bekanntlich geduldig und Inklusion im Krabbelalter noch immer eine Randerscheinung. Um dies zu ändern, brachte das Diakonische Werk für Frankfurt in Kooperation mit dem Jugend- und Sozialamt sowie dem Stadtschulamt vor drei Jahren das Modellprojekt »Vielfalt stärken – Vielfalt leben« auf den Weg.

Durchweg positive Erfahrungen

In diesem Rahmen sammelten 20 Kindertagesstätten erstmals Erfahrung mit Inklusion im U3-Bereich. Die waren durchweg positiv und überstiegen zum Teil die Erwartungen, wie die Bilanz des von der »Aktion Mensch« bis Ende Juli geförderten Projektes zeigte. Frankfurts Diakonieleiter Michael Frase ist deshalb überzeugt, dass sich »Inklusion im Krabbelalter etablieren und ausweiten« wird. Zumal »oft nur eine Haltungsänderung« vonnöten sei.

Befürchtungen nicht bewahrheitet

Dass »Inklusion in den Köpfen der Menschen beginnt«, hat Projektkoordinatorin Lisa Maria Alfano hautnah miterlebt. Fast alle Erzieherinnen und Erzieher hätten anfangs befürchtet, der Situation nicht gewachsen zu sein, stellten jedoch schnell das Gegenteil fest.

Alle Seiten haben profitiert

Sie seien enger zusammengerückt, hätten Ideen entwickelt, den Blick auf die unterschiedlichen Bedürfnisse aller Kinder geschärft und eingefahrene Strukturen aufgelockert. »Elternarbeit war natürlich auch ein ganz großes Thema«, betont die Erziehungswissenschaftlerin und ist sich gewiss: »Das Projekt hat ganz viel bewirkt, alle Seiten haben davon profitiert.«

Gegen Ausgrenzung aktiv werden

Waren vor zwei Jahren von den 8771 Frankfurter Krabbelstubenplätzen nur 43 für Kinder mit Behinderung vorgesehen, hat »Vielfalt stärken – Vielfalt leben« für einen deutlichen Zuwachs gesorgt. Bei etwa 365 unter Dreijährigen mit Förderbedarf reicht das Angebot zwar noch immer nicht aus, räumt Rita Boller ein. Sie hoffe aber, dass das Projekt weiterhin Kreise zieht. Zumal eine Studie der Universität Bremen belege, dass »der Besuch einer Krabbelstube den Erfolg der Eingliederungshilfen der Frühförderung erhöht«.Von Doris Stickler

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