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Kreative Ideen in Kitas wegen Corona

Kontakt halten mit den Kindern

DARMSTADT. Transparente, Radio-Sendungen oder sogar Filme: In Corona-Zeiten werden Kinder, Eltern sowie Erzieherinnen und Erzieher kreativ.

eöa/Rebecca KellerDer Regenbogen dient als Zeichen der Hoffnung.

Ein Regenbogen dient als Zeichen. Als ein Zeichen der Hoffnung. In vielen Kindertagesstätten haben Kinder – so sie denn noch hingehen dürfen, weil ihre Eltern sogenannten systemrelevanten Berufen nachgegen – Transparente gemalt, die einen Regenbogen zeigen. Diese Aktion soll die Verbundenheit zeigen zwischen Kindern, Eltern und Kitas. Auf anderen Transparenten, die an Fenstern oder Türen von Kitas hängen, steht »Wir vermissen Euch« oder »Alles wird gut«.

Besondere Herausforderung

Die meisten Kinder haben ihre Kita nun schon seit sieben Wochen nicht mehr von innen gesehen. Das ist für sie und ihre Familien eine große Herausforderung und auch ein großer Verlust: Auf das tägliche Miteinander in der Kita, Kontakte zu Freundinnen und Freunden, Spiele und Bewegungen, Ausflüge und Feiern müssen Kita-Kinder in der Corona-Krise verzichten.
Die pädagogischen Fachkräfte in den Kindertagesstätten in Darmstadt sind dennoch aktiv und haben sich viel ausgedacht, um mit ihren Kindern und auch den Eltern Kontakt zu halten. »Sie gehen sehr professionell mit der besonderen Herausforderung um«, lobt Michael Müller-Möscheid, Leiter der Geschäftsstelle Kindertagesstätten des Dekanats Darmstadt-Stadt.

Transparente, Radiosendung oder Erklärvideos

Das Kinderhaus Schatzkiste am Oberfeld hat an einem Baum auf seinem Außengelände den Spruch »Wir bleiben verbunden« in großen Lettern aufgehängt. Täglich kommen Eltern und Kinder vorbei und nehmen hier an einer Litfaßsäule Grüße mit, oder sie hinterlassen selbst welche. Viele Kitas versenden regelmäßig Post an die Kinder oder stehen am Telefon für ein persönliches Gespräch bereit, wenn sie einmal die Stimme ihrer Erzieherin oder ihres Erziehers hören möchten.
Auch medial haben sich die Kitas einiges einfallen lassen: Das Kinderhaus Mittendrin aus dem Martinsviertel etwa geht wöchentlich mit seinem »Kinderhaus-Radio« auf Sendung. Darüber hinaus haben die Erzieherinnen und Erzieher Videos mit Grüßen aus der Kita gedreht, mit Vorlesegeschichten, Bastelanleitungen und Zaubertricks. Zurzeit entstehe ein Film mit dem Titel: »Was machen die denn eigentlich im Kinderhaus die ganze Zeit?«, berichtet Leiterin Marie Bernhard. Außerdem schickten die Kinder selbst auch eigene Filme – zum Beispiel erklärt ein Kita-Kind in einem der Sreifen, was Corona ist.

Technische und sprachliche Barrieren

»Bei all den guten Nachrichten und schönen Ideen, Kontakt zu halten, ist uns bewusst, dass es Kinder in Haushalten gibt, die über keine PCs, Tablets oder Smartphones verfügen«, sagt Michael Müller-Möscheid. Zudem gebe es bei manchen Kindern und Familien auch Sprachbarrieren. »Aber auch hier entwickeln die Fachkräfte Ideen, um alle Kinder zu erreichen«, sagt er. Die »Arche Noah« in Kranichstein hat zum Beispiel eine Aktion per Brief gestartet, in dem sie die Familien einlädt, bei einem Spaziergang an der Kita vorbei zu kommen und – aus dem gebotenen Abstand – zu erzählen, wie es ihnen momentan geht, was sie zu Hause tun und welche Unterstützung sie gegebenenfalls brauchen.

Von Rebecca Keller

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