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Pflege

Nächte ohne Schlaf

Doris SticklerSie alle wissen, dass Nächte nicht für jeden Ruhe und Erholung bedeuten. Deshalb suchen sie nach Lösungen: Roland Spiller (von links nach rechts), Katharina Rohloff, Martina Rausch, Ilse Dellemann und Angelika Berg.

Frankfurt . Statt im Krankenhaus wollen viele Familien ihre schwer kranken Angehörigen zu Hause pflegen. Ambulante Hilfen erleichtern die Pflege. Doch nachts sind die Angehörigen meist auf sich alleine gestellt.

Es gab viele Momente, in denen Roland Spiller dachte: »Jetzt geht gar nichts mehr.« Fest entschlossen, seine Ehefrau in den heimischen vier Wänden beim Sterben zu begleiten, riss er sich jedoch jedes Mal zusammen und machte weiter – stets an seinen Grenzen. Eine Weile hat das auch funktioniert.

Dann kam der Zusammenbruch

Bis seine Frau vor allem nachts von Angstzuständen überfallen wurde und sie von Panik getrieben ständig aus dem Bett fliehen wollte. Als der 59-Jährige deshalb fünf Nächte hintereinander nicht mehr zum Schlafen kam, machte sein Körper nicht mehr mit: »Ich bin dann zusammengebrochen.«

Hilfe in den Nachtstunden

Nach dem Kollaps stellte ihm das Interdisziplinäre Zentrum für Palliativmedizin (IZP) am Markus Krankenhaus eine Dame aus dem ehrenamtlichen »Nachfalter-Team« zur Seite, die sich in den Nachtstunden wiederholt um Frau Spiller kümmerte.

»Das war ein Segen«

Wenngleich ihn das SAPV-Team – das Kürzel steht für »Spezialisierte ambulante Palliativversorgung« – des IZP tagsüber bei der Betreuung entlastete, ist sich der Professor für spanische und französische Literatur an der Frankfurter Goethe-Universität gewiss: »Ohne Nachtfalter hätte ich nicht durchgehalten. Das war ein Segen.« Zumal er im Verlauf des zwei Monate währenden Sterbeprozesses nicht nur wieder zum Schlafen kam. In Situationen, in denen er seiner an dem heimtückischen Siegelringkrebs leidenden Frau hilflos gegenüberstand, habe Martina Rausch auch praktischen Beistand geleistet und ihn insgesamt ruhiger werden lassen, fasst Roland Spiller die erhaltene Unterstützung zusammen. »Es hat sich eine richtige persönliche Beziehung entwickelt.«

Von Doris Stickler

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