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Mutter- und Vater-Kind-Kuren

Raus aus der Stress-Falle

istock/Thomas_EyeDesignIm Büro noch schnell die Konferenz für Mittwoch vorbereiten. Der Nachwuchs steht geduldig daneben und wartet, bis Mami die letzte Mail geschrieben hat. Sieht toll aus, hat mit der Realität von berufstätigen Mütter nur wenig zu tun. Die melden sich immer öfter zur Kur an.

Frankfurt . Die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie klingt in der Theorie ganz wunderbar. Im Alltag jedoch ist sie häufig mit einem riesigen Kraftaufwand verbunden.

Wie im Hamsterrad fühlen sich viele Mütter – und zunehmend auch Väter. Ständig in Zeitnot, eingespannt zwischen Druck im Job und dem Wunsch, die Kinder gut zu erziehen. »Sie leiden unter Erschöpfungssyndrom, Ängsten und Depressionen«, sagt Nicola Wendlandt. Die Diplom-Sozialpädagogin und ihre Kollegin Katrin Bange beraten beim Diakonischen Werk für Frankfurt des Evangelischen Regionalverbandes Mütter und Väter, die eine Mutter- oder Vater-Kind-Kur beantragen möchten.

Eine Kur ist keine Erholung

»Die Nachfrage ist riesig«, sagt Sigrid Unglaub, Arbeitsbereichsleiterin Inklusion und Beratung bei der Diakonie Frankfurt. »Nach der einstündigen Beratung gehen die Frauen und Männer meist mit einem anderen Blick auf sich selbst nach Hause und können viel klarer einschätzen, was in der Kur auf sie zukommt«, bekräftigt Wendlandt. Auch Kur-Abbrüche seien dann seltener. »Eine Kur ist keine reine Erholung« erklärt die Beraterin, »in der Kur arbeiten Mütter und Väter an sich selbst, hören Vorträge zur Stressbewältigung und Ernährung, treiben Sport.«

Die Nachfrage wächst

Von Jahr zu Jahr wächst die Nachfrage nach Beratung: Waren es 2015 noch 280 Gespräche, kletterte ihre Anzahl 2017 auf 449, darunter 23 Väter. Das hängt auch damit zusammen, dass die übrigen Beratungsstellen in Frankfurt personell dünn besetzt sind. Aus finanziellen Gründen werden zudem Beratungsstellen im Umland geschlossen und Frankfurt rückt immer mehr in den Fokus. Diakonie Hessen, Caritas, Arbeiterwohlfahrt und Deutsches Rotes Kreuz – unter dem Dach der Elly Heuss-Knapp-Stiftung des Müttergenesungswerkes – formulierten deshalb eine Petition an die Hessische Landesregierung: Sie soll die Finanzierung der Beratungsangebote der Wohlfahrtsverbände für die Müttergenesung sichern. Die Unterschriftenaktion läuft noch bis zum 31. Mai 2018.

Ungewisse Zukunft

Die Haltung der Arbeitsgemeinschaft Frauen- und Familiengesundheit/Müttergenesung in der Diakonie Hessen ist klar: »Qualitätseinbußen wollen wir nicht hinnehmen«, sagt Sigrid Unglaub. Bisher fließt kein Geld vom Land in die Beratungsgespräche, bleibt es bei der ablehnenden Haltung, ist auch der komplette Ausstieg aus der Beratung eine Option. Von Susanne Schmidt-Lüer

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