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Interkulturelles Elterncafé in Wiesbaden-Delkenheim

Und nebenbei lernen sie Deutsch

eöa/Andrea WagenknechtMittwochmorgens duftet es nach Waffeln, Tee und Kaffee.

WIESBADEN. In einer Unterkunft in einem Delkenheimer Gewerbegebiet zu wohnen, ist für geflüchtete Frauen nicht eben optimal. Ein Angebot der Evangelischen Familienbildungsstätte soll hier helfen.

Ein langer Tisch, ein Mittwochmorgen, es duftet nach Waffeln: Acht Frauen – fast alle aus Afghanistan – und ihre Kinder haben sich in der großen Küche zum Frühstücken versammelt. Es gibt Kaffee und Tee, auf dem Tisch stehen Brötchen und Marmelade neben orientalischem Gebäck.

Petra Tietjen-Berntzen und Elternbegleiterin Franziska Noltemeier von der Evangelischen Familienbildungsstätte in Wiesbaden organisieren seit einigen Wochen regelmäßig ein Elterncafé in der Gemeinschaftsunterkunft für geflüchtete Menschen in Wiesbaden-Delkenheim. Das Bundesfamilienministerium fördert das Projekt im Rahmen des Bundesmodellprogramms »Starke Netzwerke Elternbegleitung für geflüchtete Familien«.

Weit und breit kein Spielplatz oder Park

Die Frauen, die in der Küche zusammensitzen, sind zwischen 20 und 50 Jahre alt, sie alle sind vor dem Krieg in ihrer Heimat geflohen, oft sind sie schon fast zwei Jahre in Deutschland. Die meisten haben mehrere Kinder, eine Frau ist schwanger, zwei, drei weitere haben im vergangen Jahr hier in Wiesbaden ihr Kind bekommen.

Die Unterkunft, in der 80 Menschen leben, liegt mitten im Gewerbegebiet, weit und breit ist kein Spielplatz oder Park – gerade für Frauen mit kleinen Kindern ist das schwierig. »Die Männer sind beim Sprachkurs in der Stadt und die Frauen sitzen zum Teil den ganzen Tag hier in der Unterkunft«, schildert Tietjen-Berntzen. Deswegen habe sie beschlossen, ein Elterncafé einfach direkt in der Unterkunft zu organisieren – und hier trifft sie auch regelmäßig acht bis zehn Mütter mit ihren Kindern an, die sich auf den gemeinsamen Mittwochmorgen freuen und schon früh anfangen, Tische zu decken oder Obst zu schneiden.

Gesprächsthemen sind die Rolle der Frau oder deutsches Frühstück

Es gibt immer eine gemeinsame Begrüßung und Vorstellungsrunde auf Deutsch und dann wird sich ausgetauscht: Es geht um die Rolle der Frau in Deutschland, um Emanzipation, um kulturelle Unterschiede, deutsche Frühstückstraditionen, aber auch um die Vermittlung von Beratungsangeboten, Ärzten und praktischen Hilfen. Und ganz nebenbei wird auch Deutsch geübt.

Mittelfristig soll das Elterncafé in andere Räume umziehen, damit die Frauen lernen, sich außerhalb der Gemeinschaftsunterkunft zu bewegen und Regelangebote zu nutzen.

Von Andrea Wagenknecht

Wer Interesse hat, am Elterncafé teilzunehmen, kann mittwochs zwischen 10 und 12 Uhr in die Gemeinschaftsunterkunft nach Delkenheim kommen. Es werden noch pädagogisches Spielzeug für Kleinkinder und Bücher für Unter-Dreijährige gesucht. Kontakt: Petra Tietjen-Berntzen, Telefon 06 11/5 80 26 39 oder 01 57/83 39 92 26.

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