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Wahre Menschenfischer

MAINZ. Prunk und Promp haben die Zisterziensermönche entsagt. Neben Askese war eine weitere Eigenschaft die Grundlage für ihren Erfolg.

Nicole Weisheit-ZenzDer Mainzer Stadtkirchenpfarrer Rainer Beier lässt die Geschichte der Zisterzienser wieder lebendig werden.

Wüsten gelten seit alten Zeiten als Ort des Rückzugs, doch auch der Auseinandersetzung und Entscheidung. Ob in der biblischen Geschichte von Jesus, der dort gefastet hatte und in Versuchung geführt wurde, oder für Eremiten, deren weiser Rat sehr geschätzt wurde. Auch wenn es in Europa kaum Wüsten aus Sand und Steinen gibt, übten kaum erschlossene Orte fernab von Städten seit dem Mittelalter einen besonderen Reiz aus – ob auf einzelne Mönche oder für erste Ansiedlungen, aus denen sich Klöster entwickelten.

Überliefert ist dies auch für den Orden der Zisterzienser und seinen bekannten Gründervater: Am Wasser – als Fluss der Gnaden – zu leben und in Verbundenheit mit der Natur, das muss einst auch Bernhard von Clairvaux wichtig gewesen sein, erfuhren die Zuhörer bei einem Abend zum Thema »Te Deum – Herr Gott, wir loben dich« über die Zisterzienser. Stadtkirchenpfarrer Rainer Beier nahm im Mainzer Haus der Kirche das Europa mitstiftende Erbe des Ordens in den Blick. »Als Orte der Kultur und Spiritualität haben die Klöster das Europa im heutigen Sinne quasi mit vorbereitet«, erklärte er. Mitgebracht hatte er Auszüge aus der Bibel, Schriften Martin Luthers zu klösterlichem Leben und zu Gelübden sowie Ausschnitte aus einem Film.

Religiöse Inbrunst und harte Arbeit

Geschichte und Gegenwart der Zisterzienser veranschaulichte die Dokumentation »Te Deum – ein Leben für Gott und die Menschen«. Der Wunsch nach Rückkehr zu einem authentischen Christentum in Demut vor der Schöpfung ist darin als Motivation genannt für Zusammenschlüsse jenseits der zur Staatsreligion und mächtig gewordenen Kirche. Prunk und Pomp wollten die Mönche entsagen und entschieden sich für Askese und Abgeschiedenheit.

Religiöse Inbrunst und strenge Rationalität, kombiniert mit harter, eigener Hände Arbeit war ein Rezept für den wirtschaftlichen Erfolg der Zisterzienser. Ihre Klöster, die sich vom heutigen Frankreich aus weit nach Osten ausgebreitet hatten, galten als landwirtschaftliche Musterbetriebe, unter anderem im Forst und bei der Tierhaltung. Wissen und Fertigkeiten bei der Herstellung von Käse wurden über Jahrhunderte hinweg weitergegeben.

Im ehemaligen Zisterzienser-Kloster Arnsburg bei Lich gibt es zwischen dem 22. und dem 25. April das Jahrestreffen der »Evangelischen Zisterzienser-Erben«, die sich um aufgehobene Klöster kümmern. Das Treffen steht auch interessierten Besuchern offen. Die stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf feiert einen Gottesdienst, und Margot Käßmann berichtet über das Reformationsjahr.

Von Nicole Weisheit-Zenz

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