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Wenn Pflegekräfte gewalttätig werden

iStock/HighwaystarzPflegekräfte, die gewalttätig werden, sind leider keine Seltenheit. Oft steckt eine Überforderung dahinter. Experten fordern, das Problem ernst zu nehmen und dem Thema auch in der Ausbildung der Pflegekräfte mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Gewalt in der Pflege ist kein Einzelfall. Das gilt für pflegende Angehörige ebenso wie für professionelle Kräfte in Heimen und Krankenhäusern.

Zeitdruck, alte oder kranke Menschen, die nicht mithelfen – es gibt Situationen, in denen pflegenden Menschen die Nerven durchgehen und sie handgreiflich werden. Es entsteht eine entwürdigende, unhaltbare Situation für die Betroffenen.

Rund 30 bis 40 Prozent der pflegenden Angehörigen haben schon einmal physische oder verbale Gewalt gegen pflegebedürftige Verwandte ausgeübt. Zu diesem Ergebnis kommen verschiedene Studien. Ähnlich sieht es in Heimen und Krankenhäusern aus. In einer Umfrage gaben rund 30 Prozent der Befragten an, dass Handlungen gegen den Willen der Pflegebedürftigen alltäglich sind. Das müssen keine Schläge sein, Gewalt erlebt auch, wer nichts zu trinken bekommt oder nicht zur Toilette gebracht wird.

Grund ist häufig eine Überforderung der Pflegenden, sagt Gabriele Tammen-Parr, Leiterin von »Pflege in Not«, der diakonischen Beratungs- und Beschwerdestelle bei Konflikt und Gewalt in der Pflege älterer Menschen in Berlin. Sie und andere Experten fordern deshalb mehr Pflegekräfte und eine Kultur des Hinschauens. Zudem soll das Thema Gewalt in der Pflegeausbildung stärker berücksichtigt werden.

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