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Perspektiven von Migranten in den Medien oft ausgeklammert

Wie kommt Vielfalt vor die Kamera?

Nicole Weisheit-ZenzStaatssekretärin Heike Raab (zweite von links) sieht Lichtblicke bei der Frage, wie man die Blickwinkel von Migranten in den Medien abbildet.

MAINZ. Zum Interkulturellen Mediendialog Rhein-Main, deren Mitbegründer die Landeskirche ist, kamen Journalisten bei FUNK, dem Jugendangebot von ARD und ZDF, zusammen. Neben dem neuen Rundfunkstaatsvertrag ging es darum, wie man mehr Vielfalt in den Medien erreicht.

Hoch über den Dächern von Mainz haben sich Medienmacher aus der Region zum Gespräch getroffen. Eingeladen hatten FUNK und der Trägerkreis aus Evangelischer Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Bistum Limburg und Neue Deutsche Medienmacher. Staatssekretärin Heike Raab (SPD), Verantwortliche der Landesregierung Rheinland-Pfalz für Medien und Digitales, sprach über Reformen. »Die Zeit ist reif, sich neu zu orientieren, gemeinsam neue Wege zu gehen«, sagte sie mit Blick auf den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk, der sich stärker auf das digitale Zeitalter einstellen müsse. Immer weniger Menschen schauten noch linear, also Beiträge im Fernsehen zur festgelegten Sendezeit, sondern nutz ten Plattformen online, um zu schauen, was und wann sie wollten.

Nur so viel festschreiben wie nötig

In diesem Bereich brauche es dringend eine Weiterentwicklung, erklärte Raab, für mehr nutzerfreundliche Angebote, die auch generationenübergreifend leicht verständlich sind. Zu klären sind dabei noch Fragen der Transparenz und Auffindbarkeit über Suchmaschinen oder der Rechte. Generell sollte im Staatsvertrag nur so viel festgeschrieben werden wie nötig, sagte die Staatssekretärin, es müsse auch genügend Freiräume geben für Programmautonomie.

Redaktionen sind bereits sensibler als früher

Während in den Verhandlungsgremien um Worte und Buchstaben gerungen wird, scheint eine grundsätzliche Frage zu wenig Beachtung zu finden: Wer wird wie in den Medien repräsentiert, wie wird die interkulturelle Vielfalt, die in Deutschland ja noch stärker wird, abgebildet? Weder vor noch hinter der Kamera, in den Redaktionsräumen, werde man dem gerecht, kritisierte Carmen Colinas von den Neuen Deutschen Medienmachern. Zu einseitig seien die Perspektiven nach wie vor. Mehr Migranten in den Redaktionen oder Berichterstattung über die Lebenswelten von Migranten tun also Not.

Doch mit Blick auf die Inhalte seien die Redaktionen und Zuschauer sensibler geworden, argumentierte Heike Raab, gerade bei der Gleichwertigkeit der Geschlechter oder der Religionen. Aufmerksam werde geschaut und auch die Möglichkeit zur Programmbeschwerde rege genutzt.

Von Nicole Weisheit-Zenz

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