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Nesthäkchen mit Posaune

Zehnjähriger spielt gegen Corona an

Herbert SchultheißSeit Ende März steht jeden Abend Finn mit seiner Posaune in Bleidenrod.

HOMBERG. Mit »Der Mond ist aufgegangen« fing es an. Mittlerweile hat der junge Posaunist Finn Lenox Schultheiß sein Repertoire erweitert – und das kommt gut an in Bleidenrod.

Abend für Abend, Punkt 19 Uhr, baut Finn Lenox Schultheiß seinen Notenständer in Bleidenrod auf. Auf seiner Posaune bläst er dann ein Ständchen gegen Corona. Inzwischen hat er schon eine große Fangemeinde in dem Homberger Stadtteil. Voll Vorfreude warten jedes Mal besonders die älteren Mitbürger. Sie sitzen auf der Bank vor ihrem Haus oder lauschen am offenen Fenster den Posaunenklängen. Es kommt auch schon mal vor, dass Autofahrer oder Radler anhalten und ihm zuhören.

Bis alles wieder besser wird

Mehr als 30 Mal war er nun schon im Einsatz. Er wolle noch so lange weiterblasen, bis alles wieder besser wird, sagt der Zehnjährige: »Ich will in diesen schweren Zeiten meinen Mitmenschen durch die Musik einfach aufmuntern und ihnen eine kleine Freude machen.«
Alles begann mit den Bildern aus Italien, die Finn im Fernsehen sah. Wegen der Corona-Pandemie galten dort schon sehr früh Ausgangssperren. In dieser Zeit machte sich schnell eine Idee breit, die auch in vielen anderen Ländern Anklang fand und sich genauso schnell weiterentwickelte: Menschen sangen Lieder und spielten auf unterschiedlichen Instrumenten Musik. Mit ihren Melodien machten sie sich und vielen Kranken, in dieser schweren Zeit, Hoffnung auf Besserung.

Repertoire ist größer geworden

Als Finn das sah und hörte, reifte bei ihm ein spontaner Entschluss: »Das will ich auch zu Hause bei mir machen.« Seit einem Aufruf der Theologin Margot Käßmann, am 23. März abends um 19 Uhr den Choral »Der Mond ist aufgegangen« zu singen und zu spielen, ist der kleine Finn mit dabei. Die Noten für sein Spiel auf der Posaune bekam er von seiner Chorleiterin Christine Geitl aus Grünberg, und bereits nach kurzer Zeit war der Choral einstudiert. Zu »Der Mond ist aufgegangen« sind mittlerweile weitere Musikstücke zu Finns Repertoire hinzugekommen:
• die Europa-Hymne,
• Osterchoräle
• und auch das eine und andere Volkslied.
Zum Posaunenspiel kam der junge Musiker durch einen Aufruf der Katharinengemeinde in Gemünden/Felda. Man wollte dort einen Posaunenchor gründen, und Finn war einer von zwischenzeitlich acht Interessenten. Er ist in der altersgemischten Gruppe mit seinen zehn Jahren das Nesthäkchen. Aber er sei mit vollem Einsatz dabei, berichtet Chorleiterin Geitl am Telefon.

Freude an Musik nicht von der Familie geerbt

Sabrina Schultheiß ist Finns Mutter. Sie beschreibt ihren Sohn als ehrgeizig. Er gebe nie so schnell auf. Wo seine Freude an der und sein Talent zur Musik herkommt, wisse sie allerdings auch nicht: »Bei uns in der Familie ist da keiner, der ihm das vererbt haben könnte.«

Von Herbert Schott

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