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Andacht

Höre zu!

Jedes Gespräch kann bewegen, ganz ohne eigenes Zutun

getty imagesWie viel Gesprochenes kommt beim Gegenüber an? Hat der Absender es auch so gemeint? Oder wollte er etwas ganz anderes sagen?

privatSteffen Bauer ist Pfarrer und Leiter der Ehrenamtsakademie der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Sie hatten sich einige Zeit nicht mehr gesehen und plötzlich stand er vor ihm. »Na, wie geht es dir, alter Freund?«, lautete die Frage. Er nahm sie ernst. »Gar nicht gut im Moment«, sagte er ehrlich. »Oh, das tut mir aber leid für dich, aber es wird bestimmt bald wieder gehen«, hört er schon wie aus der Ferne. Der Andere war weitergegangen. Er hatte es eilig, nun war er schon fast wieder verschwunden. Unser Mann aber stand alleine da. Was für ein merkwürdiger Dialog, dachte er sich. War das überhaupt ein Dialog?

Wann hat mir eigentlich das letzte Mal jemand zugehört? Er grübelte. Die Szene und diese Frage ließen ihn nicht mehr los. Er spürte, wie traurig er war über das Erlebte. Nein, sein »alter Freund« hatte ihm nicht zugehört, vielleicht nicht einmal zuhören wollen. Er hat sein Leben einfach fortgesetzt, war weitergeeilt. Aber warum hat er dann gefragt? Unser Mann ärgerte sich.

Der Wochenspruch stellt das Hören ins Zentrum. »Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstocket eure Herzen nicht«, heißt es im Hebräerbrief (3,15). Der Erzähler bittet uns zu hören, zuzuhören. Und die kleine Episode von oben hilft, den ersten kleinen Schritt zu gehen, der zum Zuhören, zu jedem Hören gehört. Jedes Hören kann meinen nächsten Schritt verändern. Es kann mich zum Stehenbleiben bringen oder dazu, einen Umweg zu gehen. Ja, sogar zum Umkehren kann mich das Hören bewegen.

Wer im Leben einfach nur auf seinem Weg weitergehen will, der hört nicht, der ist nicht in Kontakt. Vielleicht meint man dann ja von sich selbst, dass man schnell unterwegs sei, aber beweglich ist man deswegen noch nicht. Jedes Gespräch kann uns bewegen, ohne unser Zutun. Wir werden bewegt, etwas bewegt uns. Das sind nicht selten die wichtigsten Gespräche, die wir führen. Die, die uns bewegen, bringen uns weiter im Leben. Nein, dadurch werden wir vielleicht nicht schneller vorankommen, aber tiefer hineingehen ins Leben. Das könnte passieren, indem wir hören, gut zuhören.

Wie Gottes Stimme uns erreicht, das haben wir nicht in der Hand. Innehalten, stehen bleiben, sich einlassen, das steht am Anfang eines jeden Gesprächs. So fängt das Hören an. Ob eine Erinnerung uns begegnet oder ein Mensch vor uns steht, ob wir bewegt werden von einem Anblick oder von einem besonders schönen Wort: Wir können auf so vieles hören und bewegt werden. Allein mit dieser Haltung im Leben zu stehen und zu gehen gibt uns inneren Halt. Das lässt uns zumindest zu einem gut zuhörenden Menschen werden. Von Steffen Bauer

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Andacht
Bibelwort des Tages
Losung und Lehrtext für Mittwoch, 19. February 2020
Gott, der HERR, der Mächtige, redet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang. Psalm 50,1
Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. 2. Korinther 5,19
Ihre Ansprechpartnerin

Andrea Seeger (as)
Theologische Redakteurin

Tel.: 069 / 92107-454
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