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Schneller-Schulen

Die Chance ihres Lebens

Foto: eöa/ Uta MeschUnterstützung aus Dreieich: Dekan Reinhard Zincke überreicht EVS-Geschäftsführer Uwe Gräbe mit den Pfarrerinnen Sandra Scholz und Christiane Musch (von links) einen symbolischen Scheck.

Langen . Die Lage im Nahen Osten ist komplex. Religionen und Kulturen vermischten sich kaum, die Menschen leben in ihrer eigenen Gemeinschaft. Wie das Zusammenleben dennoch funktioniert, erklärte Uwe Gräbe.

Die Freude über den Scheck stand Pfarrer Uwe Gräbe ins Gesicht geschrieben. Der Nahostreferent der Evangelischen Mission in Solidarität (EVS) berichtete im Langener Johannes-Gemeindezentrum von der aktuellen Situation der Christen im Libanon, in Jordanien und Syrien sowie über die Arbeit der Schneller-Schulen im Nahen Osten. Durch den Abend führte Sandra Scholz, Pfarrerin für Gesellschaftliche Verantwortung in den Dekanaten Dreieich und Rodgau. Ihre Kollegin Christiane Musch, Ökumene-Beauftragte im Dekanat Dreieich, überreichte dem EVS-Geschäftsführer einen symbolischen Scheck über 2500 Euro.

Was zählt sind Begegnungen

»Vom Christentum im Nahen Osten lässt sich nur erzählen, wenn man von Begegnungen erzählt«, stellte Gräbe eingangs fest. Die Situation in diesen Ländern sei komplex: Dadurch, dass sich Religionen und Kulturen nicht oder kaum vermischten, lebten dort verschiedene christliche wie muslimische Strömungen bis heute innerhalb ihrer eigenen Gemeinschaften – dies gehe bis hin zu eigenen religiösen Rechtssystemen. Was bei uns als Antibild der Parallelgesellschaft gilt, hat nach Ansicht des EVS-Geschäftsführers im Nahen Osten Tradition.

Außergewöhnliches Projekt

Der Theologe verdeutlichte den Anwesenden, wie außergewöhnlich in diesem Kontext das Wirken der Schneller-Schulen ist. Derzeit werden dort christliche und muslimische Heranwachsende gemeinsam unterrichtet und lernen so ganz selbstverständlich die Religion des anderen kennen. Orte, an denen junge Menschen in Frieden miteinander leben lernen. Die Kirchengemeinden im Dekanat Dreieich förderten in den Jahren 2016 und 2017 die Einrichtungen mit Spenden und Sammlungen. Bisher kamen so insgesamt mehr als 6000 Euro zusammen.

Gemeinsamer Unterricht

Gräbe verwies auf positive Entwicklungen in den Bildungsstätten. So ist der gemeinsame Unterricht von Mädchen und Jungen inzwischen selbstverständlich. Häufig kommen die Schüler aus armen Familien, die das Schulgeld nicht aufbringen könnten. Nach der Schulzeit gibt es für sie die Möglichkeit, eine Ausbildung anzuschließen, zum Beispiel zum Mechaniker oder zur Friseurin. »Wenn diese jungen Menschen eine gute Schul- und Berufsausbildung erhalten, bekommen sie damit eine Chance, ihr Leben später selbst zu gestalten und am Aufbau einer friedlichen Zukunft im Nahen Osten mitzuwirken«, hofft auch Dekan Reinhard Zincke. esz/stk

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