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Bildhauerin Svenja Glemser

Eine Werkstatt voller Engel

Frank SommerSvenja Glemser hat als Künstlerin schon mit mehreren Materialien gearbeitet: Beton, Stein, Ton, Holz. Bei Holz ist sie hängen geblieben. »Holz ist erfühlbar, es strömt Wärme aus«, sagt die Darmstädterin.

Darmstadt . Die Kettensäge auf der einen Seite, zarte, anmutig wirkende Engel auf der anderen. Svenja Glemser bringt beides zusammen.

Vom Himmel hoch« kommen die Engel von Svenja Glemser zwar nicht, doch deren Herkunft kann sich dennoch sehen lassen: Ausgesuchte Hölzer aus dem Odenwald verwandelt die 51-Jährige in ihrer Werkstatt in Darmstadt in Engelsskulpturen. »Früher brachte mein Mann mir Holz von Geschäftsreisen aus Süddeutschland mit, heute suche ich mit einem Bauern die entsprechenden Bäume im Odenwald aus«, sagt sie.

Verschiedene Materialien probiert

Die Kunst hatte es Glemser schon als Schülerin angetan, nach dem Abitur beschäftigte sie sich mit Aktzeichnen oder Bildhauerei mit Ton. »Dann lebte ich einige Jahre in London, als ich für die Werbeindustrie gearbeitet habe«, sagt sie, »dort besuchte ich Kurse für dreidimensionales Modellieren.« An der europäischen Kunstakademie in Trier studierte sie Bildhauerei. »Ich habe verschiedene Materialien ausprobiert: Stein, Ton, Beton – aber bei Holz bin ich hängen geblieben«, sagt sie und lacht.

Holz strahlt Wärme aus

Holz sei für sie ein warmes, ein lebendiges Material mit faszinierender Oberfläche. »Holz ist erfühlbar, es strömt Wärme aus«, sagt sie und streicht über eines ihrer früheren Werke in der Werkstatt. Lange habe sie sich mit abstrakten, halbfigürlichen Objekten beschäftigt, die Beziehungen ausdrücken sollen. Ihr Stil ist aber auch darin schon erkennbar: Aus einem Stamm schnitzt sie mit der Kettensäge das Objekt heraus. »Auch meine Engel entstehen so«, sagt sie.

Etwas Größeres im Leben

Vor drei Jahren kam es zu Änderungen in ihrem Leben, Glemser spricht von intensiven spirituellen Erfahrungen. »Es gibt da etwas Größeres in unserem Leben, das durfte ich erfahren.« Fast gleichzeitig riet ihr eine Bekannte, Engel zu schnitzen. »Ich schaute erst etwas skeptisch, habe mich dann aber mit der Darstellung von Engeln in der Kunst beschäftigt«, sagt sie. Statt puppenhafter, unnahbarer Engel wollte sie erdverbundene, erfühlbare Skulpturen machen.

Engel an vielen Orten

Ihre Engel stehen in Galerien oder Privathäusern, Kirchen hätten interessanterweise noch keine gekauft. »Dafür sind schon Hospize an mich herangetreten, ob ich nicht für sie Engel schnitzen könnte«, sagt Glemser, »als Begleiter für die Besucher.« Dass die Betrachter mit ihren Werken Kontakt aufnehmen, ist ihr wichtig. »In Belgien hatte ich bei einer Ausstellung einen Pavillon mit nur einer Figur und einem Stuhl direkt gegenüber – die Besucher konnten also individuell Kontakt mit ihr aufnehmen.«Von Frank Sommer

Weitere Informationen zu den Werken der Künstlerin unter www.svenjaglemser.de oder unter www.angelspace.de

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