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Fastenkampagne

Nur nicht kneifen

epd/edition chrismonEin Mann und ein Kind tragen Augenmasken und strecken einen Arm kämpferisch nach oben.Selbstbewusst Flagge zeigen: dazu ruft die Fastenaktion »7 Wochen ohne« auch mit ihrem Kalender auf.

Sich nicht verstecken, die eigene Meinung vertreten, auch zu Fehlern stehen – dazu will die evangelische Kirche mit ihrer diesjährigen Fastenaktion bis Ostern ermutigen.

Mitten auf einem Feld reißen Vater und Sohn die Arme hoch und ballen ihre Fäuste. Augenmasken und rote Umhänge erinnern ein wenig an Batman und Zorro, starke Männer im Kampf gegen Ungerechtigkeit und an der Seite der Armen. Mit diesem Motiv wirbt die evangelische Fastenaktion »7 Wochen Ohne« dafür, sich einzumischen und Flagge zu zeigen. »Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen« heißt es im Untertitel der diesjährigen Kampagne von Aschermittwoch (14. Februar) bis Ostern (2. April).

Ulrike Folkerts duckt sich nicht weg

»Tatort»-Darstellerin Ulrike Folkerts (56) beispielsweise gehört schon seit vielen Jahren zu denen, die sich nicht wegducken. In Bremen hat sie gerade als Schirmherrin von Verbraucherzentralen und der Organisation »Facing Finance« eine Ausstellung eröffnet, die für eine Altersvorsorge auf Grundlage ethisch-ökologischer Standards wirbt. Sie setzt sich aber auch für Kinder ein, engagiert sich für Menschen mit Down-Syndrom und für ein Verbot von Landminen. »Der Mensch existiert am besten, wenn er mit anderen etwas unternimmt, wenn er Dinge bewirkt. Das ist Leben«, sagt Folkerts, die im Ludwigshafener »Tatort« die Ermittlerin Lena Odenthal spielt.

Zur Gemeinschaft gehört auch Streit

Dazu passt das Titelmotiv der Aktion mit Vater und Sohn, die nach den Worten von Arnd Brummer, Geschäftsführer von »7 Wochen Ohne«, auf den Kern der Kampagne verweisen: »Hallo, hier sind wir, wir zeigen uns und wir sind auch bereit, uns öffentlich zu positionieren.« Zur Gemeinschaft gehöre der Streit: »Wir denken, dass wir zum Beispiel in Vereinen und Gemeinschaften nicht klarkommen, wenn alle nur die Klappe halten.«

Lust, sich für andere zu engagieren

Münchens Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler ist Vorsitzende im Kuratorium der Fastenaktion: »Wir möchten darauf Lust machen, sich für andere zu engagieren, dort, wo sie unsere Unterstützung brauchen«, sagt sie. Wer sich einsetze, habe auch selbst etwas davon, erklärte Ulrike Folkerts bei ihrem Besuch in Bremen. »Alle Leute, die ehrenamtlich tätig sind, leben länger«, verweist sie auf Studien. Allerdings sei das bei ihr selbst nicht der wichtigste Antrieb, sich einzumischen: »Meine stärkste Motivation ist: Wie super, ich bin nicht ohnmächtig, ich kann etwas bewirken.«
Das ist allerdings nicht immer leicht, wie Breit-Keßler einräumt. Wer sich engagiere oder einen eigenen Weg suche, brauche »Mumm in den Knochen«: »Den Mut, aus den bequemen Verstecken des Lebens zu kommen, die eigene Wahrheit zu entdecken – und die der anderen.« epd
 Internet: www.7-wochen-ohne.de

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