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Simulator zur Ausbildung von Babysittern

Wickeln, füttern, trösten

Foto: Nicole Weisheit-ZenzPsst, das Kindchen muss schlafen! Stephan Tennhardt (hinten) führt junge Menschen an ihre neuen Aufgaben heran.

MAINZ. Sie können alles, was richtige Babys auch so tun. In der Präventionsarbeit sind Roboterbabys zwar umstritten, aber in der Ausbildung sind sie hilfreich.

Was für ein Lotta-Leben: Die Kleine fängt einfach an zu quengeln, dabei sind sie doch alle gerade so im Unterricht vertieft. Das Weinen ist jedoch programmiert, denn Lotta ist kein echtes Baby, sondern eine Puppe, die es in sich hat. Einen Haufen Technik nämlich. Realistisch wird mit ihr der Tagesablauf echter Säuglinge simuliert, um vor allem junge Leute auf das vorzubereiten, was auf sie zukommen kann. Was als Instrument gedacht war, um Teenager-Schwangerschaften zu verhindern, hat ein ziemlich ramponiertes Image, seit eine Studie aus Australien im vergangenen Jahr zu dem Schluss kam, dass das Training per Roboter-Baby die Zahl der Schwangerschaften sehr junger Mütter nicht senkt, sondern sogar erhöht.

Der Familienbildung geht es nicht um Prävention, sondern um Ausbildung

Aber bei der Evangelischen Familienbildung in Mainz ist das nicht von Belang. Denn hier im Kurs geht es gar nicht um Prävention. Sondern um Ausbildung von Babysittern. Der Simulator ist dabei hier zum ersten Mal im Einsatz.

Stephan Tennhardt ist Erzieher und Dozent an der Hebammenschule in Mainz und leitet seit 15 Jahren die Kurse der Familienbildung – so lange also, wie die meisten Jugendlichen in der Runde auf der Welt sind. Um das praktische Üben fortzusetzen, zückt Kursleiter Tennhardt eine Fernbedienung und hält sie Lotta an den Bauch, um ein neues Bedürfnis einzustellen. Ein Pieps-Laut zeigt an, dass Lotta die Eingabe registriert hat. Bald darauf hebt sie wieder an, laut zu jammern. Hunger ist es diesmal nicht. Die Windeln werden gewechselt, doch noch immer stellt sich keine Ruhe ein. So eine Situation kann einen ganz schön ins Schwitzen bringen, stellen die Mädels fest, die nun verschiedene Haltegriffe mit Lotta ausprobieren. Sanft auf den Rücken klopfen hilft schließlich, denn ihr machte ein Bäuerchen zu schaffen.

Gut gegen die Unsicherheit im Umgang mit Babys

Die die Babysitter finden diesen Teil ihrer Ausbildung hilfreich, gerade wegen der Unsicherheit, mit der sie besser umgehen lernen. Aus einer Hand bekommen sie Tipps zu ihren Rechten und Pflichten und zum versierten Umgang mit Babys und Kleinkindern. Neben alltäglichen Dingen wie Wickeln oder Füttern geht es um gesunde Ernährung, altersgerechte Beschäftigungsmöglichkeiten, die Versorgung von Wunden oder Trösten. Dadurch schule man auch soziale Kompetenzen und Empathievermögen der jungen Leute, sagt Beiler-Matthäi. So hätten die Teilnehmerinnen nicht nur ein Gefühl von Sicherheit, sondern auch die Chance, sich in die Babysitterkartei aufnehmen zu lassen. Seit 2008 gibt es diesen Service der Familienbildung. Sie vermittelt durch ihre Kartei Jugendlichen wohnortnah an Familien.

Nicole Weisheit-Zenz

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