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Zahlensymbolik in den Werken Johann Sebastian Bachs

Zehn Gebote – zehn Trompetenstöße

Joachim Bonath... 5108, 5109, 5110! Nicht nur Bach konnte Zahlen in seinen Werken verstecken – Kantor Christian Schmitt kann es auch.

WORMS. Zum Ende der fünfteiligen Vortragsreihe »Wie viel Geheimnis braucht der Mensch?« berichtet Kantor Christian Schmitt über geheime Symbole in der Musik Johann Sebastian Bachs. Von denen gibt es nämlich eine Menge, und sie haben mit Zahlen zu tun.

Christian Schmitt muss man im Luthersaal der Wormser Luthergemeinde nicht erst vorstellen. Als Kantor der Kirchengemeinde ist er hier wohlbekannt – im Gegensatz zum Thema seines Vortrags. Denn er referierte über »Geheime Symbole in Bachs Musik«. Da die ja geheim sind, muss man sie erst noch bekannt machen.

Bachs Kompositionen sollen geheime Codes enthalten

Die Mystik der Zahlen spielt seit der Antike in vielen Lebensbereichen eine Rolle. So auch bei Johann Sebastian Bach, dessen Kompositionen im Ruf stünden, geheime Codes zu enthalten, berichtete Schmitt. »Dass Bach sich auch zahlensymbolischer Elemente bedient hat, dürfte zweifelsfrei feststehen«, erläuterte der Kantor. Es seien biblisch begründete Zahlen – zum Beispiel die Drei als Zahl der Dreieinigkeit, die Sieben als Zahl der Schöpfung, die Zehn als Zahl des Gesetzes und die Zwölf als die Anzahl der Apostel. Und so führte Bach beispielsweise in der h-Moll- Messe das Bekenntnis zum Glauben an den »Schöpfer des Himmels und der Erde« siebenstimmig aus, oder er ließ zur Choralmelodie »dies sind die heiligen zehn Gebot« die Trompete zehnmal ertönen.

Bach liebte derartige Symbolik offenbar nicht nur in seiner Musik. Ein erhaltenes Trinkglas aus dem Bachschen Haushalt, der sogenannte Bach-Pokal, enthält an den Enden der eingeätzten Buchstaben 14 Verdickungen. 14 gilt als »Bach-Zahl«, denn übersetzt man die Buchstaben B-A-C-H in Zahlen, kommt 2-1-3-8 heraus, was in der Summe 14 ergibt. Zahlen seien für Bach keine Geheimnisträger, keine kryptischen Zeichen gewesen, sagte Schmitt. Wenn man so wolle, könne man sie als Symbol für ein Vertrauen in die göttliche Ordnung der Welt sehen.

Der Komponist konnte es noch viel komplizierter

Diese Symbolik ist vergleichsweise einfach zu entschlüsseln. Aber so ein Superhirn wie Bach konnte es auch komplizierter. »So wurde beispielsweise der gesamte Text der Matthäus-Passion in Zahlen verschlüsselt, und dann hat man nach ebendiesen Zahlen in dem Werk gesucht«, erklärte Schmitt. »Dabei ergibt sich etwa, dass die Worte ›Herzliebster Jesu‹ der Zahl 192 entsprechen.« Exakt so viele Töne hätten die vier Stimmen im Choral Nr. 3 zu singen.

Schmitt verriet zum Schluss noch, dass sein Manuskript für den Vortrag genau 5110 Wörter enthalte – das Produkt von 365 und 14. Für jeden Tag des Jahres also eine Bach-Zahl.

Von Joachim Bonath

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