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Jesus

Berühmter Single

dpa/photoshotDas Gemälde »Salvator Mundi« hat Leonardo da Vinci um 1500 gemalt. Es handelt sich um ein Porträt von Jesus Christus in Öl auf Walnussholz.

Der bekannteste Single der Christenheit ist Jesus selbst – als Alleinstehenden haben ihn die Verfasser der Evangelien beschrieben.

Zu Beginn seines Wirkens verbrachte Jesus 40 einsame Tage in der Wüste. Anschließend teilte er allerdings sein Leben mit zwölf Männern, seinen Jüngern; auch viele Frauen waren in seiner Nähe. Seine Liebe galt Ausgestoßenen, Sündern und Hilfsbedürftigen.
Bewusst hatte er sich dagegen entschieden, sein Leben auf die eigene Familie zu konzentrieren, wie Matthäus (12, 46) berichtet:

»Jesus sprach: ›Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?‹ Und er streckte die Hand aus über seine Jünger und sprach: ›Siehe da, das ist meine Mutter, und das sind meine Brüder! Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.‹«

Im Garten Gethsemane spürt er, dass ihn Qualen erwarten

Jesus war oft von vielen Menschen umgeben, er suchte auch immer wieder das Alleinesein, kannte aber auch die Härten der Einsamkeit. Im Garten Gethsemane spürte er bereits, dass ihn grausame Qualen erwarten. Er bat die Jünger, seine engsten Vertrauten:

»Setzet euch hier, bis ich gebetet habe.« (Markus 14,32)

Doch sie waren zu müde, um sich seine Ängste anzuhören und schliefen ein. Enttäuscht sagte er:

»Simon, schläfst du? Vermochtest du nicht eine Stunde zu wachen? Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.«

Gott bleibt bei ihm

Obwohl die Jünger Jesus im Stich ließen, als er sie dringend brauchte, war er nicht gänzlich einsam. Einer blieb. Es war Gott. In ihm hatte Jesus noch ein Gegenüber, mit dem er sprechen konnte:

»Abba, mein Vater, es ist dir alles möglich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst!«

 Auch jeder andere Mensch ist als Geschöpf Gottes nicht allein, denn Gott hat den Menschen aus Liebe geschaffen; jede Frau und jeder Mann ist von Gott gewollt. Auch in einsamen Momenten bleibt Gott als ein Du, ein Ansprechpartner als Gegenüber.

Die Bibel kennt auch Ehelosigkeit

Welche Lebensform empfiehlt Jesus anderen Menschen? Der Evangelist Matthäus hielt fest:

»Jesus sprach: Denn einige sind von Geburt an zur Ehe unfähig; andere sind von Menschen zur Ehe unfähig gemacht; und wieder andere haben sich selbst zur Ehe unfähig gemacht um des Himmelreichs willen. Wer es fassen kann, der fasse es!« (19,12)

Bei Matthäus klingt an, dass es jedem frei steht, mit oder ohne Partner zu leben. Es ist neu in der biblischen Tradition, auch Ehelosigkeit wertzuschätzen. Denn bisher galt das Prinzip:
»Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde.« (1. Mose 9, 1)

Als der Apostel Paulus mit seinen Briefen an die christliche Gemeinde in Korinth deren Mitglieder geistlich betreute, empfahl er sogar das Single-Dasein:

»Es sei gut für den Menschen, ledig zu sein.« (7, 26)

Allerdings ging er auch davon aus, dass das irdische Leben nicht mehr lange in dieser Form existieren werde. So lebte auch er allein. Trotzdem akzeptierte er auch die Paarbeziehung:

»Wenn du aber doch heiratest, sündigst du nicht.«

Lange Tradition des Zölibats

Diese biblischen Grundlagen haben sich in der Geschichte der Kirchen ausgewirkt. So hat der Zölibat – die Ehelosigkeit Geistlicher – eine lange Tradition in der katholischen Kirche. Bis heute ist es Priestern, Nonnen und Mönchen verboten, nach ihrer Ordination eine Paarbeziehung zu führen.
Die Reformatoren hingegen werteten die Ehe auf, so heiratete der ehemalige Mönch Martin Luther die einstige Nonne Katharina von Bora. Nach den reformatorischen Bekenntnissen ist die Ehelosigkeit eine besondere Gabe Gottes, die nur wenige haben und die daher nicht einem ganzen Berufsstand wie den Priestern aufgezwungen werden dürfe.

Und so heißt es auch heute im Evangelischen Erwachsenenkatechismus von 2001:
»Die Gründe für den Verzicht auf eine Bindung in Partnerschaft können vielfältig sein. Sie reichen von der Hingabe an den Dienst für Gott und die Menschen über schicksalhafte Entwicklungen bis zur freiwillig gewählten Lebensgestaltung. Die Entscheidung für Ehe oder Ehelosigkeit ist nach evangelischem Verständnis gleichrangig.«ekhn.de

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