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Ab Mai

Gottesdienste in Hessen wieder möglich

PixabayEin Maßband ist in Tagen des Abstandhaltens ein nahezu unverzichtbares Utensil.

Weil die Maßnahmen gegen das Coronavirus Wirkung zeigen, werden sie entschärft. Auch in Hessen sind Gottesdienste ab Mai wieder möglich, Geschäfte dürfen auch sonntags für ein paar Stunden öffnen, das Besuchsverbot in Heimen wird gelockert.

WIESBADEN. Die hessische Landesregierung lässt ab Mai unter Auflagen wieder Gottesdienste zu. Zugleich lockert sie das Besuchsverbot in Alten- und Pflegeheimen sowie Hospizen, wie Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Dienstag in Wiesbaden bekanntgaben. Einmal in der Woche können künftig enge Familienangehörige und Bezugspersonen solche Besuche für je eine Stunde wieder machen. Schließlich wird die Aufhebung des Verkaufsverbots an Sonn- und Feiertagen wegen der Corona-Pandemie auf die Zeit von 13 bis 18 Uhr an Sonntagen beschränkt. Nur in dieser Zeit dürfen Läden aufmachen, um das Einkaufsgeschehen an den Werktagen zu entzerren. An Feiertagen gilt weiter ein Verkaufsverbot.

Mindestabstand 1,50 Meter

Die Wiederzulassung der bisher wegen der Ansteckungsgefahr verbotenen Gottesdienste gilt offiziell schon ab Freitag, 1. Mai, wird sich aber in der Praxis frühestens ab Sonntag auswirken. Voraussetzung dafür ist, dass der Mindestabstand von 1,50 Meter für die Besucher der Gottesdienste und religiösen Zusammenkünfte eingehalten wird. Nur Menschen aus demselben Haushalt dürfen auch enger beieinander sitzen. Zudem dürfen keine Gegenstände wie etwa das Kollektenkörbchen entgegengenommen und weitergereicht werden. Weiter heißt es in der entsprechenden Verordnung der hessischen Landesregierung, dass geeignete Hygienemaßnahmen wie das Aufstellen von Desinfektionsspendern sicherzustellen sind. Die Hygieneregeln müssen zudem in den Kirchen gut sichtbar ausgehängt werden.

Auf die Begrenzung der Zahl an Gottesdienstbesuchern insgesamt wurde nach den Worten Bouffiers verzichtet, weil eine solche einheitliche Vorgabe für kleinere und größere Kirchen nicht sinnvoll sei. Auch habe das Land keine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken im Gottesdienst verhängt, sondern vertraue dazu auf das verantwortungsvolle Vorgehen der einzelnen Gemeinden. Laut Klose geht die Landesregierung auch davon aus, dass die von den Kirchen selbst erarbeiteten Konzepte wie etwa der Verzicht auf Bläser bei der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes auch ohne staatliche Bestimmungen eingehalten werden.

Jung kündigt Eckpunkte für Gemeinden an

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung begrüßte die Wiederöffnung von Kirchen in Hessen ab dem 1. Mai. Die Gemeinden der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau erhielten noch in dieser Woche ein Eckpunkte-Papier mit den empfohlenen Hygiene-Maßnahmen, sagte Jung in Darmstadt. Darin werde der Gebrauch von Schutzmasken und ein Verzicht auf das Singen nahegelegt. Der Leitgedanke bleibe, "alles zu tun, um das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten. Abstand halten war und ist in dieser Zeit ein Akt der Nächstenliebe."

Die Entscheidung über die Wiederaufnahme von Gottesdiensten liege bei den Kirchenvorständen der einzelnen Gemeinden. Der Kirchenpräsident empfahl den Gemeinden, genau zu prüfen, ob und wie die erforderlichen Hygiene-Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus eingehalten werden könnten. Sie sollten sich dazu genügend Vorbereitungszeit nehmen. Deshalb werde in vielen Gemeinden erst am 10. Mai oder auch später wieder in der Kirche Gottesdienst gefeiert.

Erlaubt, aber nicht verpflichtend

"Ausdrücklich betone ich, dass mit der Möglichkeit, Gottesdienste in den Kirchen zu feiern, keine Verpflichtung dazu besteht", sagte Jung. Der Kirchenpräsident wies darauf hin, dass es auch "eine geistlich gut verantwortete Entscheidung" sein könne, noch eine Zeit lang auf die gottesdienstliche Versammlung zu verzichten und weiterhin etwa in medialer Verbindung miteinander oder auch zu Hause Gottesdienst zu feiern.

Auch im Bistum Fulda wird es vor dem 4. Mai noch keine Gottesdienste geben. Das sei wegen der Kürze der Zeit nicht realisierbar, teilte das Bistum mit. Unter anderem müsse ein Schutzkonzept entwickelt werden, wofür Bischof Michael Gerber eine Arbeitsgruppe eingesetzt habe. Das derzeitige Streamingangebot der Sonntagsmesse mit dem Bischof aus der Michaelskirche in Fulda werde vorerst weitergeführt, hieß es. epd

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