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Hohe Einbußen

Kirchliche Tagungshäuser öffnen wieder

esz/Jugendburg Hohensolms/ICJABevor das Coronavirus Deutschland lahm legte, trafen sich Menschen in der Jugendburg Hohensolms zum Austausch.

DARMSTADT. In den ersten Wochen der Schließung wegen der Corona-Pandemie haben die Mitarbeitenden in den kirchlichen Tagungshäusern renoviert und aufgeräumt, dann folgte die Kurzarbeit. Jetzt öffnen die Häuser wieder. Über einen Anstieg der Buchungen würden sich die Mitarbeitenden freuen.

esz/Martin-Niemöller-Haus/privatDie Mitarbeitenden des Martin-Niemöller-Hauses in Schmitten freuen sich, wenn bald wieder Gäste auf ihrer Terrasse sitzen.

Im Januar waren die Zahlen in Ordnung: »Wir waren gut gebucht«, sagt Annette Frenz, Geschäftsführerin der kirchlichen Tagungshäuser Kloster Höchst, Jugendburg Hohensolms, Martin-Niemöller-Haus und Schloss Herborn. Bis Mitte Mai hat sich die Lage verändert. Von insgesamt 57 000 gebuchten Übernachtungen in den vier Häusern waren am 19. Mai noch 33 800 übrig, das waren knapp 60 Prozent. Da weiterhin Stornierungen eintrafen, schätzt Frenz den Einbruch derzeit auf rund 50 Prozent. Sie hofft, dass davon im weiteren Jahresverlauf wieder etwas aufgefangen werden kann.

Es kann losgehen

Nachdem alle Tagungshäuser am 17. März wegen der Corona-Pandemie den Gastbetrieb eingestellt hatten, sind die Türen nun wieder geöffnet. »Eigentlich stehen alle schon bereit«, sagt Annette Frenz. Aber die tatsächliche Öffnung der Häuser orientiert sich an den Buchungen. Als erstes hat das Martin-Niemöller-Haus in dieser Woche wieder eine Gruppe zu Gast. In der Jugendburg Hohensolms hat sich für das Wochenende eine Kinderfreizeit angekündigt. Das Kloster Höchst folgt am 24. Juli, das Schloss Herborn am 3. August, wenn der Vikarskurs wieder in den alten Mauern tagen wird.

Menschen sind noch verhalten

»Wir könnten im Sommer gut noch Feriengäste begrüßen«, wirbt Frenz, aber die Menschen seien verhalten und vorsichtig, was Gruppenreisen angeht. Das gelte besonders für die vielen älteren Gäste der kirchlichen Tagungshäuser, die einer Risikogruppe an gehören.

Wände gestrichen und Keller ausgemistet

Nach der Schließung haben die 85 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tagungshäuser die Zeit genutzt, um Wände zu streichen, die Ausgelände in Ordnung zu bringen und Keller- und Lagerräume auszumisten. »Sie haben all das gemacht, was viele Privatleute in dieser Zeit zu Hause auch gemacht haben«, sagt Frenz. Seit 10. April waren die Mitarbeitenden in Kurzarbeit und sind es zum Teil noch immer. Vorerst bis August ist die Kurzarbeit genehmigt, kann aber auch noch verlängert werden, sagt Frenz. Das richte sich nach den Buchungszahlen. Die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes durch die Kirche hätten die Mitarbeiter sehr geschätzt.
Diejenigen, die schon wieder im Dienst sind, haben in den vergangenen Wochen die Hygienekonzepte umgesetzt. Sie haben Plexiglasscheiben installiert, Desinfektionsmittel bereitgestellt, die Bestuhlung verringert und auch Einbahnkonzepte umgesetzt, damit die Besucher auch auf den Fluren Begegnungen vermeiden können. Nun hofften auch die Mitarbeitenden auf steigende Buchungszahlen, so Frenz.

Abstandsregeln begrenzen Gruppengröße

In Hohensolms und Höchst, den Häusern, die überwiegend Jugendliche besuchen, sind nach den Worten von Frenz die Mehrbettzimmer der neuralgische Punkt, im Martin-Niemöller-Haus und im Schloss Herborn die Tagungsräume. Im großen Tagungsraum im Niemöller-Haus etwa, der eigentlich für 120 Menschen ausreicht, dürfen aktuell 25 Menschen zusammenkommen. In Herborn sind es im großen Saal 14 anstatt der üblichen 30 Frauen und Männer. »Wir hoffen, dass das Land Hessen die Abstandsregeln noch ein wenig lockert«, sagt Annette Frenz. Dann könnten wieder mehr Menschen die Tagungsräume nutzen. Die Kapazität der insgesamt 400 Betten in allen Häusern kann derzeit zu etwa 60 Prozent belegt werden.

Klassenfahrten fallen bis zum Herbst aus

Was den Erwachsenenbereich angeht, ist die Geschäftsführerin für die nächsten Monate zuversichtlich. Sowohl kirchliche als auch nichtkirchliche Veranstalter – letztere machen rund 40 Prozent der Gäste aus – trauten sich langsam wieder, Tagungen anzubieten. Verhalten zuversichtlich ist sie im Kinder- und Jugendbereich. Klassenfahrten dürften nach derzeitigem Stand bis zu den Herbstferien nicht stattfinden, wie es dann weitergeht ist unklar. Konfirmandengruppen orientierten sich an den Regeln für die Schulen.
Renate Haller

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