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Süd-Nassau

Jugendliche feiern Open-Air-Gottesdienst in Taunusstein

Liegestuhl-Gottesdienst

Christian WeiseFast wie am Strand: Chillen in Liegestühlen beim Gottesdienst der Evangelischen Jugend im Dekanat Rheingau-Taunus.

TAUNUSSTEIN. »Es ist das erste Mal, dass wir uns außerhalb des Internets treffen«, freut sich Paul von der Evangelischen Jugend im Dekanat Rheingau-Taunus. Die Jugendlichen haben ihren ersten »Open-Air Jugendgottesdienst« in Taunusstein-Bleidenstadt auf die Beine gestellt. Mit Liegenstühlen auf Abstand.

Christian WeiseMit ihren Smartphones können die Jugendlichen sich einbringen.

Scheiß Covitäne«, heißt der Titel des Gottesdienstes im Freien, über den die Jugendlichen vorab auf Instagram abstimmen ließen. Nach Registrierung und Händedesinfektion werden die angemeldeten Besucher von Felix zu ihren reservierten Liegestühlen geführt. Musik klingt aus den Boxen, »aber wir werden heute leider nicht miteinander singen können«, heißt es zu Beginn des Gottesdienstes. Dennoch kommt gleich gute Stimmung auf. Alle 20 Plätze sind belegt. »Die ganze Welt hat Corona«, von der Band »Lumpenpack« klingt über die Lautsprecher. Anschließend lädt das Vorbereitungsteam die Besucher auf, ihre Handys zu zücken und per Online-Abstimmung Wörter aufzuschreiben, die die Besucher mit Corona in Verbindung bringen.

Jugendliche erzählen aus ihrem Alltag mit Corona

Die Gebete und Texte haben die Jugendlichen alle selbst geschrieben. Auch bei der Predigt von Yara und Svenja »ist alles echt von uns und 100 Prozent real«, erklärt Svenja. Beide berichten über ihre Leben und wie Corona ihnen einen Strich durch ihre Pläne gemacht hatte. Dabei lief schon das Jahr 2019 gerade für Svenja nicht gut. Nach einem Auslandsaufenthalt folgte ein abgebrochenes Studium. 2020 wollte sie alles anders machen, und dann kam Corona. Yara hatte einen Roadtrip nach England geplant, alles war gepackt und dann wurden die Grenzen dicht gemacht. Sie wollte Zeit haben, um zu sich selbst zu finden und Gott näher kennen zu lernen. 

Bei beiden lief es dann ganz anders. Svenja freut sich, dass sie gelassener geworden ist, Yara ist dankbar über neue Beziehungen und dass sie Gleichgesinnte getroffen hat, mit denen sie sich über Gott austauschen kann und ihm so viel näher gekommen ist.

»Bei Gott ist alles möglich, das kann ich euch versichern«

»Auch wenn wir nicht sagen können, dass Corona und die Quarantäne unbedingt genauso Gottes Wille war, können wir doch das Beste draus machen«, ermutigt Svenja die Besucher. »Lasst uns die Zeit als Herausforderung ansehen, mit der wir wachsen können«, ist ihre Botschaft. Yara ergänzt, dass alles für Sie einen Sinn habe. »Bei Gott ist alles möglich, das kann ich euch versichern«, ruft sie den Teilnehmenden begeistert und authentisch zu.

Derweil hat das Team um Dekanatsjugendreferentin Britta Nicolay aus den Assoziationen der Besucher die Fürbitten zusammengestellt. Und so sind die Themen der gemütlich in den Liegestühlen sitzenden Menschen direkt in den Gottesdienst eingebunden. Es zeigt sich, dass Corona viel Langeweile, Stress in der Familie und Einsamkeit durch Social Distancing mit sich gebracht hat. Aber auch Dankbarkeit und Hilfsbereitschaft haben viele in dieser Zeit erlebt.

Über die sozialen Medien werden viele positive Rückmeldungen gegeben, so dass das Team der Jugendlichen bereits neue Ideen für einen weiteren Open-Air Gottesdienst sammelt.

Von Christian Weise

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