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Süd-Nassau

Susanne Claußen ist neue Bildungsreferentin

Dialog zwischen Welt und Kirche

WIESBADEN. Susanne Claußen stammt aus einem Pfarrhaus in der protestantischen Diaspora. Sie will gegen gesellschaftliche Entwicklungen anarbeiten, die sie entsetzen.

eöa/Andrea WagenknechtBildung für möglichst viele Menschen ist Susanne Claußens Ziel.

Mit Susanne Claußen ist die Fachstelle Bildung und Erwachsenenarbeit im Evangelischen Dekanat Wiesbaden wieder besetzt. Dekan Martin Mencke führte seine Mitarbeiterin in einem Gottesdienst in der Matthäuskirche wurde Claußen in ihr Amt ein und beschrieb sie dabei als einen »außergewöhnlich sympathischen und kontaktfreudigen« Menschen. Er traue ihr zu, »den Dialog zwischen Welt und Kirche engagiert führen und moderieren« zu können. Es werde ihr gelingen, die kirchliche und säkulare Öffentlichkeit anzusprechen. Dafür bringe sie genügend Teamfähigkeit, Integrationskraft und Begeisterungsfähigkeit für die zahlreichen Vernetzungsaufgaben mit.

Im Pfarrhaus aufgewachsen

Im bayerischen Dachau geboren, ist Claußen in einem protestantischen Pfarrhaus am Rand der Alpen aufgewachsen. An der Universität Tübingen studierte sie nach dem Abitur Vergleichende Religionswissenschaft, Empirische Kulturwissenschaft und Kunstgeschichte. Sie ist verheiratet,hat zwei Kinder und lebt mit ihrer Familie in Wiesbaden-Biebrich.

Im Bereich Bildung und Wissensvermittlung bringt die 43-Jährige viel Fachwissen und Erfahrung mit: In den vergangenen Jahren arbeitete sie freiberuflich als Gästeführerin, Historikerin und Autorin sowie als Kuratorin. Im Auftrag der württembergischen Landeskirche hat sie unter anderem das Bibelmuseum Stuttgart kuratiert. Für das Dekanat Wiesbaden verfasste sie 2017 das Buch »Reformation wagen – Bürger, Bauer, Edelmann in Zeiten großer Veränderung«, das vom Societäts-Verlag herausgegeben wurde.

Bildung soll für alle möglich sein

Für die Kultur- und Religionswissenschaftlerin ist es ihren Worten zufolge auf ihrer neuen Stelle essenziell, dass Bildung für alle möglich wird – und zwar Bildung als Wissensvermittlung und im Sinne einer persönlichen Weiterentwicklung. »Dass wissenschaftliche Erkenntnisse, wie etwa der Klimawandel, teils ignoriert oder verfälscht werden, entsetzt mich«, bekennt sie. »Hier muss Kirche als Wissensvermittlerin und -mehrerin wirken, sie muss mit den anderen Bildungsinstitutionen an einem Strang ziehen, um unsere Gesellschaft demokratiefähig zu halten.«

Darüber hinaus sehe sie es kritisch, dass für den Bereich der Persönlichkeitsbildung heute oft wenig Zeit bleibe. Charakterbildung und Persönlichkeitsentwicklung seien wenig gefragt, wenn man vor allem gute Fotos von sich brauche, sagt Claußen. »Dabei müssten viele Menschen weniger an ihrem Äußeren als an ihren inneren Werten arbeiten. Hier sehe ich eine vordringliche Aufgabe für mich als kirchliche Bildungsträgerin.«

Von Andrea Wagenknecht

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