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Süd-Nassau

Nachhaltige Mobilität stärken

Pfarramt zeigt Beispiele zur Einsparung fossiler Brennstoffe

eöa/Bernd-Christoph MaternWerben für nachhaltige Mobilität im Blauen Ländchen (von rechts): Revierförster Martin Janner mit seinem Elektro-Lastenfahrrad, EGOM-Vorstand Thomas Schwab und Pfarrer Matthias Metzmacher.

NASTÄTTEN. Es klingt banal: Jeder kleine Schritt hilft für eine bessere Umwelt. Wie das konkret gehen kann, war Thema im Gemeindehaus in Nastätten.

Greta Thunberg – »Diese junge Frau hat einiges bewegt«, sagt Matthias Metzmacher, Pfarrer für gesellschaftliche Verantwortung im Dekanat Nassauer Land im Gemeindehaus der Nastättener Kirchengemeinde. »Von A nach B im Blauen Ländchen« ist der Abend überschrieben, zu dem Metzmacher Thomas Schwab von der Energiegenossenschaft Oberes Mühlbachtal (EGOM) in Strüth und den Revierförster Martin Janner als Referenten begrüßt.

Junge Menschen als Antreiber für den Klimaschutz

Metzmacher schildert die Erfahrungen, die zunächst er allein, dann die Mitarbeitenden im Dekanat sowie in den Sozialstationen mit einem Elektro-Auto ein Jahr machen. 7000 Kilometer hat das Gefährt in den ersten neun Monaten zurückgelegt. Dazu gehört Negatives, wie die teuren Anschaffungskosten oder die wenigen Lademöglichkeiten im Rhein-Lahn-Kreis, wobei neue in Nastätten und Miehlen hinzu kommen sollen; und er schildert das Positive, wie etwa der geringe Energie-Verbrauch. Die jungen Menschen seien Antreiber und Motivation für die Aufforderung »Tu‘s gleich!«

Veränderung beginnt bei jedem Einzelnen

Ein flammendes Plädoyer für eine Veränderung im Verhalten jedes Einzelnen hält Martin Janner. Aus bitterer Erfahrung: »Was ich in den vergangenen 20 Jahren angestoßen habe, ist in den letzten zwei Jahren schlichtweg vertrocknet«, erzählt der erfahrene Revierförster aus Oberwallmenach. »In einer Demokratie sind wir alle die Politik.« Wie abwegig das Verhalten von Autobesitzern ist, verdeutlicht sein Blick in die Logistik. Ein Spediteur, der viermal am Tag zwei Tonnen Ladung von Nastätten nach Mainz transportieren muss, käme nie auf die Idee, sich dafür einen 12-Tonner anzuschaffen, nur weil er einmal im Jahr zwölf Tonnen nach Rosenheim fährt; dafür werde er sich ein Fahrzeug leihen. »Aber wir schaffen uns PS-starke Kombis an, in die Familie, Koffer, Fahrrad und Hund reinpassen, um täglich 40 bis 50 Kilometer mit Laptop und Aktentasche darin unterwegs zu sein.«

Nachhaltig mit Batterien betriebenen Lastenfahrrad

Einen großen Pick-Up besitzt er immer noch, aber in den vergangenen Monaten hat er für die Fahrten durch seine sieben Ortsgemeinden mit 1500 Hektar Wald vor allem ein mit zwei Batterien betriebenes Lastenfahrrad benutzt, das für seine Akten im Hartschalen-Koffer oder auch zwei Kasten Wasser, den Hund oder Sohn vollkommen ausreiche. Die längste Strecke waren fast 80 Kilometer, die er an einem Tag damit gefahren ist. Das sei nicht nur gesünder, sondern spare auch irre Zeit; erst Recht in größeren Städten. esz

Bernd Christoph-Matern

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