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Oberhessen

150 Krippen im Oberhessischen Weihnachtskrippenmuseum

Mit der Heiligen Familie auf Weltreise

Corinna WillführIn ihrem Elternhaus in Ulfa zeigt Erica Kernstock in diesem Jahr 150 Krippen aus aller Welt.

NIDDA. Ihre eigenen Krippen und Leihgaben zeigt Erica Kernstock in diesem Jahr. Krippen aus verschiedenen Ländern haben oft ihre je eigenen Bedeutungen.

Für Erica Kernstock aus Ulfa hat die Vorweihnachtsfreude schon Wochen vor dem ersten Advent begonnen. Stunde um Stunde hat die 71-Jährige ihre Schätze ausgepackt. Ihre Schätze – das sind 250 Krippen aus aller Welt. Jede hat viele, viele Figuren, mehrere Tausend sind es insgesamt. Sorgfältig in Seidenpapier eingewickelt überdauern sie das Jahr, bis das Oberhessische Weihnachtskrippenmuseum in dem Niddaer Stadtteil für wenige Wochen öffnet. Im nunmehr 15. Jahr laden Erica Kernstock und ihr Mann Friedhelm ein, Darstellungen der Heiligen Familie aus aller Welt zu erkunden.

Leihgaben aus Frankfurt-Rödelheim

»Wir sind jetzt beide in unserem dritten Lebensabschnitt und möchten mit unserer Ausstellung der Gemeinschaft etwas zurückgeben«, sagt Erica Kernstock. In ihrer aktuellen Präsentation zeigt sie unter dem Titel »Das Startevent unserer Zeitrechnung« 150 Krippen. Darunter sind auch Leihgaben von Elke Gutberlet. Die Pfarrersgattin kann sie heuer nicht in der Cyriakus-Kirche in Frankfurt-Rödelheim ausstellen, da diese derzeit umgebaut wird.

Ein Hahn gehört zu jeder Krippe aus Portugal oder Brasilien

Zu jedem einzelnen Ensemble hat die Museumsleiterin eine Geschichte zu erzählen. Etwa, dass zu Krippen aus Brasilien oder Portugal unbedingt ein Hahn gehört – »Als Symbol für Christi Geburt um Mitternacht.« Oder dass in Ecuador die Figuren keine persönlichen Gesichtszüge tragen. Die Besonderheit einer nigerianischen Krippe: »Sie ist aus Dornholz, das während des Jahres seine Farbe verändert.« Die eines Ebenholz-Lebensbaums aus Tansania: »Er zeigt den Weg Jesu Christi von der Geburt bis zur Auferstehung.«

Soldaten weisen auf die Bedrohung Christi hin

In einer Krippe aus dem Erzgebirge sind den Heiligen Drei Königen Soldaten zur Seite gestellt. »Sie deuten bereits auf die Bedrohung Christi hin«, erläutert Erica Kernstock. In einer bolivianischen Krippe hält Maria ein kaum zwei Zentimeter großes gehäkeltes Kreuz in der Hand – auch das ein Hinweis auf die tödliche Zukunft des Messias. Eine Krippe auf Treibholz aus der Nordsee, aus recycelten Brillengestellen, aus Glas, Altmetall, Seide. Eine Krippe aus Mali haben junge Metallbaulehrlinge dort aus alten Pestizid-Dosen hergestellt.

Anfängliche Skepsis hat sich aufgelöst

Für die gläubige Protestantin stehen ihre Exponate aus mehr als zwei Jahrhunderten und allen Erdteilen außer Australien für die Lebendigkeit des christlichen Glaubens. Als sie im Jahr 2004 ihre erste Ausstellung eröffnete, war sie skeptisch, wie die Bevölkerung im traditionell protestantischen Oberhessen auf diese reagieren würde. Eine Frage, die sich ihr heute nicht mehr stellt, ebensowenig wie den Besuchern.

Das Oberhessische Weihnachtsmuseum hat sein Domizil in der Steinstraße 34 in Ulfa. Es ist bis 31. Dezember (außer an Heiligabend) dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Erica Kernstock führt an den Öffnungstagen jeweils um 15.30 Uhr durch die Ausstellung. Gruppen mit mehr als fünf Personen bittet sie um Anmeldung unter Telefon 06043 / 985257. Der Eintritt ist frei.

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