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Oberhessen

Sie hätte gern mehr gemacht

Präses Christa Wachter zieht Bilanz

eöa/Traudi SchlittChrista Wachter blickt auf ihr Amt als Vorsitzende des Dekanatssynodalvorstands im Altdekanat Vogelsberg zurück.

LAUTERBACH. Ihr Amt als Präses sei schön, aber auch schwierig gewesen, sagt Christa Wachter. Sie spricht über Motivation, Illusion und Schaffensdrang.

Sieben Jahre lang war sie der ehrenamtliche Teil der Leitung des Dekanats Vogelsberg – bevor dieses mit dem Dekanat Alsfeld zum neuen, großen Dekanat Vogelsberg fusionierte: Christa Wachter ist Anfang des Jahres nicht mehr als Präses für das Großdekanat angetreten. »Ich bin mit großen Ideen in das Amt gestartet«, zieht sie Bilanz. » Ich hätte inhaltlich gerne mehr gemacht, als es am Ende wurde.«

Auf dem Platz der Präses geht es eindeutig mehr um Verwalten und Strukturieren als um Gestalten, zumal nicht nur die zwei beherrschenden Themen Fusion und Pfarrstellenbemessung ihren zeitlichen Tribut forderten. Auch der Dekaneverschleiß war beachtlich: »Angefangen hatte ich mit Dekan Klaffehn und dessen Stellvertreter Martin Bandel, dem wiederum Luise Berroth als Stellvertreterin nachfolgte«, zählt Wachter auf. »Nach dem Ausscheiden von Pfarrer Klaffehn blieb dessen Stelle vakant und Pfarrerin Berroth übernahm das Amt kommissarisch mit ihrer dafür zur Verfügung stehenden halben Stelle. Ihr Stellvertreter wurde Pfarrer Jürgen Seng, und dieser musste während des Mutterschutzes und der Elternzeit von Frau Berroth einspringen.«

Zeitmangel verhindert mitunter vertiefte Diskussion

Ein Brocken, der sie davon abhielt, über den eigenen Tellerrand zu schauen, das zu suchen, was Kirche ausmacht. »Das wären auch gute Themen für Synoden gewesen«, resümiert sie, denn Synoden, die hat sie wirklich geliebt. »Mir hat das Moderieren viel Spaß gemacht«, gibt sie zu. Sie hätte gern mehr diskutiert und besprochen mit den Synodalen, sagt sie. Doch dafür sei auf den Synoden nicht allzu viel Zeit: »Es wird aus Zeitgründen viel vorbereitet, auch um die Ehrenamtlichen nicht über Gebühr zu strapazieren.«

Es brauche schon eine gewisse Souveränität, um sich als Ehrenamtliche neben hauptamtliche Theologen zu stellen, so ist Wachters Erfahrung: »Dieses Amt muss man sich trauen.« Immerhin hätten Dekane ja mehr Zeit und Wissen als ein Präses und würden kraft ihres Amts ja viel deutlicher in der öffentlichen Wahrnehmung stehen. Doch es sei die Mühe wert: »Die gleichberechtigte Beteiligung von Gemeindemitgliedern an allen Entscheidungsprozessen verhindert, dass wir eine Pfarrerskirche werden.«

Lob für die Jugendarbeit im Dekanat

Sie habe das Dekanat trotz einiger Desillusion immer gern vertreten, sagt Wachter: »Ob man es glaubt oder nicht: Besonders gerne habe ich Grußworte überbracht und gehört. Was man da alles aus den Kirchengemeinden und Einrichtungen erfährt, ist wirklich großartig.« Großartig fand sie vieles, was sie in ihrem Amt erlebt hat. An erster Stelle nennt sie die hervorragende Jugendarbeit in ihrem Dekanat.

In der Mitte ihrer Kirche möchte Christa Wachter auch weiterhin bleiben. Als Kirchenvorsteherin und Synodale. Die leitende Funktion, wie sie sie auch aus ihrer vorhergehenden Stelle kannte, möchte sie endgültig abgeben. »Es ist Zeit für etwas Neues«, sagt sie und meint damit zum Beispiel mehr Zeit für eine Flüchtlingsfamilie, die sie unterstützt. Mehr Zeit für ihre eigene Familie, für spontane Unternehmungen.

Von Traudi Schlitt

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