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Rhein-Main

Hoffnungsanker für Menschen in Not

Asylrecht

Seine 60-Stunden-Woche will der Frankfurter Jurist Helmut Bäcker auf eine 40-Stunden-Woche runterfahren.

Frankfurt . Rund 14 Anwältinnen und Anwälte engagieren sich im Frankfurter Rechtshilfekomitee für Flüchtlinge. Helmut Bäcker macht dies seit 30 Jahren.

Seine Zulassung als Anwalt war noch recht frisch, als Helmut Bäcker von Freunden um fachlichen Beistand gebeten wurde. Es waren Mitglieder der evangelischen und katholischen Studierendengemeinden, die ein Jahr zuvor das Frankfurter Rechtshilfekomitee für Ausländer gegründet hatten. Der Jurist nahm sich der Sache an und erteilte ihnen Rat.

Experte im Raum Rhein-Main

Der Freundschaftsdienst sollte nicht ohne Folgen bleiben. Seit 1980 ist Helmut Bäcker nun schon ehrenamtlich im Rechtshilfekomitee aktiv und hat sich auch auf dem weiten Feld seines Berufs auf Migrations- und Asylrecht spezialisiert. Im Großraum Rhein-Main gilt er als einer der 15 Experten eines Bereichs, der hohe Anforderungen stellt.

Im Ermessen des Richters

»Es gibt kein Gebiet, in dem sich das Recht so schnell verändert«, weiß Helmut Bäcker. »Das Flüchtlings- und Aufenthaltsrecht wird halbjährlich modifiziert.« Außerdem sei es »nicht fair«. »Vieles liegt im Ermessen des Richters und das heißt, glaubt er den Betreffenden oder nicht.« Hinzu kämen die unterschiedlichen Zuständigkeiten, mal sei es der Bund, mal das Land.

Auf seinem Tisch stapeln sich rund 500 Asylverfahren

Eine Gemengelage, die ihn im Arbeitsalltag mit »zahlreichen Absurditäten konfrontiert«. Lege er etwa Einspruch bei Abschiebungen ein, sei er verpflichtet, zuerst ein Schreiben an den Petitionsausschuss des Hessischen Landtags zu richten. Der müsse den Bleibeantrag ablehnen, bevor er sich an die Härtefallkommission wenden kann. Das Ganze ziehe sich dann über mindestens 14 Monate hin.

Hilfe im Doppelpack

Im Rechtshilfekomitee ist Helmut Bäcker zwar auch mit Fragen zu Aufenthalt oder Familienzusammenführung befasst, doch wird in den Sprechstunden »nur beraten und vorsortiert«. »Wir prüfen, ob eine Sache Erfolg verspricht, wenn ja, werden die Leute zum Anwalt geschickt«, umreißt er die »stets im Doppelpack« geleistete Hilfe. Von Doris Stickler

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