Evangelische Sonntags-Zeitung

Angebote und Themen

Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der Evangelischen Sonntags-Zeitung zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular sind wir offen für Ihre Anregungen.

AngeboteÜbersicht
Menümobile menu

Rhein-Main

Ein Ausweg aus den Irrwegen

Wohnungslosigkeit

Fotos:getty images / bodnarchukEin Dach über dem Kopf, leben in den eigenen vier Wänden. Dorthin zurück will die Diakonie junge Obdachlose führen.

Gross-Gerau. Erschreckend viele junge Menschen leben auf der Straße. Schon lange hadert das regionale Diakonische Werk mit dieser Situation. Nun will es mit einem hessenweit einzigartigen Projekt betroffenen Jugendlichen helfen, im Leben wieder Fuß zu fassen.

Stress in der Schule, Zoff im Elternhaus, Missbrauch, Gewalt, falsche Freunde, abgebrochene Ausbildung, Drogensucht – viele Gründe können dazu führen, dass Jugendliche und junge Erwachsene in die Obdachlosigkeit abdriften. Um diese jungen Menschen aufzufangen und ihnen ein Hilfsangebot ohne bürokratische Hürden zu offerieren, haben der Sozialpsychiatrische Verein (SPV) Groß-Gerau und das Diakonische Werk Groß-Gerau/Rüsselsheim »Dock 30«, das hessenweit erste Modellprojekt für junge Obdachlose, auf den Weg gebracht.

»Dock 30« bezieht sich auf die Adresse der Wohneinrichtung in der Helwigstraße 30 in Groß-Gerau, wo in den kommenden Wochen bis zu zwölf junge Frauen und Männer zwischen 16 bis 30 Jahren »andocken« sollen. Sie sollen in Ruhe ihre Lebenssituation reflektieren und mit Hilfe von sozialpädagogischen Fachkräften Perspektiven entwickeln.

An der Antragsbürokratie gescheitert

Das Angebot soll Menschen erreichen, die zwar schon vielfältige Erfahrungen mit unterschiedlichen Hilfsangeboten gemacht haben, letztendlich aber immer wieder gescheitert sind, weil sie mit der Antragsbürokratie nicht zurecht kamen. Mehr als 30 000 junge Erwachsene sind in Deutschland ohne festen Wohnsitz, darunter 7000 Minderjährige, informierte Karl-Heinz Schön, Fachbereichsleiter des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV).

Eine weitere Chance verdient

Junge Menschen hätten dort nach Irrwegen eine dritte oder vierte Chance, in der Gesellschaft Fuß zu fassen, so Astheimer. Involviert sind laut Astheimer auch Jugendhilfe und Jobcenter. Maßgeblich zum Gelingen der Zusammenarbeit habe Ulrike Kramer, Fachbereichsleiterin Jugend und Familie, beigetragen, unterstrich der Leiter des Diakonischen Werkes, Lucian Lazar. Zum niedrigschwelligen Angebot zählt auch, dass die Mitwirkung der Bewohner schon beim Einzug als gegeben gilt und Job-Coaches des Jobcenters in die Einrichtung kommen, betonte Willi Opp vom SPV, der gemeinsam mit Ulrike Schilpp von der Diakonie die Heimleitung übernimmt.

Marvi Mensch

Diese Seite:Download PDFDrucken

to top