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Rhein-Main

Nur beten hilft wenig

Flüchtlinge

Doris SticklerEin Gemeindeprojekt, das die Menschen bewegt hat: Ulrich Baumann (links) übergibt einen Spendenscheck an Christopher Sparkes von Pro Asyl.

Frankfurt . Die Maria-Magdalena-Gemeinde Frankfurt hat sich intensiv mit der Situation von Flüchtlingen auseinander gesetzt. Es sei eine sehr berührende Erfahrung gewesen, sagt der Gemeindepfarrer.

Irgendwann saßen in der Osterkirche zwei junge Männer, die niemand kannte. Nach dem Gottesdienst stellten sie sich Ulrich Baumann vor. Wie der Pfarrer erfuhr, waren sie aus Afghanistan geflüchtet und wohnten jetzt in einer Unterkunft im benachbarten Niederrad. Er hieß sie willkommen.»Wir haben ihm praktisch über Nacht Asyl gewährt«, erinnert sich Ulrich Baumann.

Ein Jahr lang im Gotteshaus

»Mein Kollege Volker Mahnkopp hat sich rechtlich kundig gemacht und sich auch um alles andere gekümmert.« So wurde in der Wäschekammer der Lukaskirche kurzerhand eine Dusche installiert, übernahm die angrenzende Kindertagesstätte die Verpflegung. Ein Jahr lang lebte Ramin dann im Gotteshaus. Inzwischen ist der Mittzwanziger anerkannt, hat ein Praktikum im Krankenhaus absolviert und will nach Abschluss des regulären Deutschkurses eine Pflegeausbildung beginnen.

Großen Anteil genommen

Wenngleich es in der Gemeinde Stimmen gebe, die sagen: »Uns hat auch niemand geholfen«, nehme die Mehrheit großen Anteil am Schicksal der Flüchtlinge. Das schreibt er nicht zuletzt der von Pro Asyl konzipierten Ausstellung »Asyl ist Menschenrecht« zu. Begleitet von Vorträgen habe man sie 2015 in der Osterkirche gezeigt, um sachlich über Fluchtursachen und die Situation Geflüchteter aufzuklären und rechtspopulistischer Propaganda entgegenzutreten.

Kollekte gesammelt

In Folge sei zum Beispiel das »Café Plus« entstanden. Anfangs auf Deutschlernen und Hausaufgabenbetreuung konzentriert, stehe nun jeden Freitag Austausch und Begegnung im Vordergrund. Und da die Gemeinde seit 2011 die »freien Kollekten« eines ganzen Jahres einer bestimmten Einrichtung oder Sache widmet, fiel 2018 die Wahl auf Pro Asyl.

So hohe Summen gibt es selten

Dass Ulrich Baumann am Ende 5654,10 Euro überweisen konnte, hat ihn ebenso erfreut wie überrascht. »So hohe Beträge kommen in den 20 bis 25 Sonntagen selten zusammen.« Wie er vermutet, haben die Erfahrungen mit Ramin und den anderen Flüchtlingen, die Ausstellung und die Informationen im Rahmen der Jahreskollekte Eindruck hinterlassen.

Von Doris Stickler

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