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Rheinhessen

Ausstellung über Türen und ihre Botschaften

»Einfahrt freihalten«

Nicole Weisheit-ZenzKarin Weber ist mit der Gesamtsituation kein bisschen unzufrieden.

MAINZ. »Einfahrt freihalten« hat Karin Weber ihre Fotoausstellung genannt, die derzeit im Gemeindehaus auf der Frankenhöhe zu sehen ist. In ihrem Wohnort Mainz-Hechtsheim zeigt die Architektin und Journalistin Motive, die mit viel Symbolik zum Nachdenken anregen.

Wir sind mit der Gesamtsituation unzufrieden«, steht auf einem leuchtend gelben Schild auf blauem Untergrund. Für sich selbst kann Karin Weber dies gar nicht bestätigen, schließlich hatte sie schon bei der Vorbereitung ihrer Fotoausstellung eine Menge Freude. Dann etwa, wenn sie im Vorübergehen Botschaften wie diese entdeckte, die zum Innehalten anregen. Noch dazu auf Türen in reizvollen Formen und Farben. Hatte die Journalistin, die auch für die Evangelische Sonntags-Zeitung schreibt, ihre Kamera dabei, nahm sie das Motiv auf und machte es zum Teil ihrer Sammlung. Eine Auswahl dessen, was ihr an Aufschriften vor die Linse kam, zeigt sie derzeit im Gemeindehaus auf der Frankenhöhe in Mainz-Hechtsheim.

Übergänge und Öffnungen

»Seit meinem Architekturstudium bin ich interessiert an Türen«, schaut Weber auf das markante bauliche Detail. »Türen bilden Übergänge und Öffnungen, können abgrenzen und Schutzräume bilden«. Sie unterschieden drinnen und draußen, privat und öffentlich. In der Gemeinde Hechtsheim ist sie seit 20 Jahren aktiv, inzwischen auch im Kirchenvorstand. Daher lag es für sie nahe, ihre Ausstellung hier zu zeigen. »Als Journalistin und Fotografin schaue ich genauer hin, was wir auf unsere Türen und Tore schreiben, von persönlichen Mitteilungen bis zu strikten Aufforderungen.«

Mal Verbote, mal freundliche Grüße

Türen in der Gesamtansicht, mal in Ausschnitten. Auf Holz oder Metall. Mal vorgefertigte Schilder, mal per Hand notiert. Mal alt und verblichen, mal in grellen Farben. Mal Verbote, Bitten oder freundliche Grüße wie »Karin, ich bin im Garten.« Manche Schilder verleiten zum Schmunzeln, andere zum Nachdenken. Mal heißt es: »Bitte immer geschlossen halten, sonst läuft der Hund weg«. Vor anderen Vierbeinern wird gewarnt, oder auch vor dem Nachwuchs: »Achtung, bissiges Kind«. »Spielen erwünscht« verkündet ein anderes Schild.

Weber hat die Symbolik im Blick

»Auf unserem Lebensweg durchschreiten wir viele Türen«, sagt Weber. »Wenn sich Türen öffnen, können sich neue Räume, neue Chancen, neue Erfahrungen ergeben.« Wie wirken sie auf Vorbeigehende, Besucher, wie fühlen sich Hausbewohner? Laden sie ein, die Türschwelle zu übertreten? Oder halten sie davon ab, die Tür zu öffnen? Vertrauen wir darauf, dass sich im richtigen Moment eine Tür öffnet, dass Gott uns eine Tür öffnet? – diese Fragen gibt sie Betrachtern ihrer Schau mit. Und Weber hat die Symbolik im Blick: Wem werden in unserer Gesellschaft Türen geöffnet, wem verschlossen?

Einstiege ins Gespräch

Für Pfarrerin Sabine Feucht-Münch bieten die Bilder auch einen willkommenen Einstieg ins Gespräch, etwa mit Konfirmanden: Was mag sich dahinter verbergen, Fahrrad oder Ferrari? Wer könnte öffnen? Auch in der Bibel und im Gesangbuch sind etliche Verse zu finden, in denen Türen vorkommen, die häufig geöffnet werden. »Klopft an, so wird euch aufgetan«, ermutigte schon Jesus.

Von Nicole Weisheit-Zenz

Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 9. Februar in der Gemeinde Hechtsheim, Bodenheimer Straße 58. Öffnungszeiten mittwochs 10 bis 12 Uhr, donnerstags 17bis 18 Uhr, sonntags 12 bis 13 Uhr und nach Vereinbarung. Kontakt über die Gemeinde: unter Telefon 0 61 31/50 46 59 oder E-Mail pfrin.feucht-muench@ekg-hechtsheim.de.

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