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Rheinhessen

Tapfer und streitbar

Flüchtlingspfarrer Peter Oldenbruch geht in den Ruhestand

INGELHEIM. Peter Oldenbruch war eines der bekanntesten Gesichter der Flüchtlingsarbeit in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Aber auch im Ruhestand will er sich nicht ausruhen.

eöa/Hilke WiegersSchokoladenengel als Auszeichnung: Peter Oldenbruch ehrt Mitstreiter.

Am Schluss verleiht der, der geehrt werden soll, selbst Ehrungen. Peter Oldenbruch verleiht bei seiner Verabschiedung in der Ingelheimer Versöhnungskirche Schokoladenengel an einige seiner Gäste, deren Kirchengemeinden sich mit ihm in der Flüchtlingsarbeit und -seelsorge besonders hervorgetan haben.

Andere Pfarrer geprägt

Oldenbruch ist aber nicht nur Flüchtlingsseelsorger gewesen, sondern auch ein Theologe, der so manch andere Pfarrpersönlichkeit geprägt habe, wie sich Helmut Seng erinnert. Der Theologieprofessor hatte einst bei Oldenbruch sein Vikariat absolviert, als dieser noch Pfarrer im rheinhessischen Heidesheim gewesen war. Sang bezeichnete Oldenbruch als große Bereicherung für sein Leben und für seinen Blick auf die Welt.

Ein Pfarrer, der authentisch war und ist und »das Gegenteil von Heuchelei«, so beschreibt ihn Pfarrer Andreas Lipsch, der Interkulturelle Beauftragte der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Leiter des Bereichs Flucht, Interkulturelle Arbeit Migration der Diakonie Hessen und Vorstandsvorsitzender von Pro Asyl. Lipsch, der ebenso wie Seng bei Oldenbruch in Heidesheim sein Vikariat absolvierte, bescheinigte dem gebürtigen Saarländer Oldenbruch, dass dieser insbesondere als Flüchtlingspfarrer tapfer und streitbar war – nicht nur nach außen, sondern auch nach innen.

Er denkt noch nicht ans Aufhören

Nachdem der Theologe Oldenbruch fast 20 Jahre lang, nämlich bis bis 2002, in Heidesheim gearbeitet hatte, im Anschluss eine halbe Pfarrstelle zur theologischen Studienbegleitung an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und eine halbe Stelle als Religionslehrer am Theresianum in Mainz innehatte, übernahm er von 2008 bis 2018 die Pfarrstelle für Flüchtlingsseelsorge und Flüchtlingsarbeit Region Süd der EKHN sowie die Stelle des Seelsorgers für die Gewahrsamseinrichtung für Ausreisepflichtige in Ingelheim.

Oldenbruch denkt nach seiner Verabschiedung in den Ruhestand aber noch lange nicht ans Ausruhen. Ein Jahr wird er noch Ökumenische Flüchtlingshilfe als Geschäftsführer leiten, außerdem wird man ihn öfter im Deutschlandfunk im Rahmen der Morgenandacht hören, dazu unterhält er weiter den Online-Predigtdienst »propastoral.de«.

Von Hilke Wiegers

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