Evangelische Sonntags-Zeitung

Angebote und Themen

Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der Evangelischen Sonntags-Zeitung zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular sind wir offen für Ihre Anregungen.

AngeboteÜbersicht
Menümobile menu

Starkenburg

Unser Haus für Pia

Behinderten-WG

Fotos: nrd/Marlene BroeckersPia Gilbert soll nicht in einem Wohnheim leben, sondern in ihrem Zuhause, wo sie sich wohlfühlt. Ihre Eltern sind um die Ecke gezogen, damit ihr Haus der Behinderten-Wohngemeinschaft zur Verfügung steht.

NAUHEIM. Wie geht es weiter, wenn wir nicht mehr können? Diese Frage beschäftigt viele Eltern, die ein Kind mit Behinderung haben. Die Familie Gilbert geht einen (noch) ungewöhnlichen Weg.

Brigitte und Herbert Gilbert sind beide Anfang 60. Sie sorgten sich um die Zukunft ihrer Tochter Pia (31). Und haben die Weichen in eine eher selten gefahrene Richtung gestellt. Die Eltern werden aus ihrem Haus in Nauheim ausziehen. Vier Menschen mit Behinderung werden dort einziehen und mit Pia eine Hausgemeinschaft bilden. Die Unterstützung der Fünfer-Wohngemeinschaft übernimmt die Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD).

Es kommt alles andersals es der Plan vorsah

Das Haus ist ideal geeignet für Menschen, die einen Rollstuhl nutzen. Denn es gibt einen Aufzug zwischen Keller und dem ersten Stock. »Wir haben dieses Haus Ende der 1990er Jahre gebaut und es so geplant, dass Pia hier gut leben kann«, erzählt Brigitte Gilbert. »Und der Aufzug sei ja auch für uns selbst nützlich, wenn wir alt sind. So dachten wir damals«, fährt Herbert Gilbert fort. Im zweiten Obergeschoss, das man nur über die Treppe erreicht, planten die Gilberts eine Drei-Zimmer-Wohnung mit Bad. Dort könnte später vielleicht Pflegepersonal wohnen, das sich um Pia und gegebenenfalls auch um ihre Eltern kümmert. So war der Plan. Doch nun kommt alles ganz anders.

Totale Schnapsidee,das kann nie funktionieren

»Wir ziehen aus und das Haus wird eine WG für Menschen mit Behinderung!« Es war Brigitte Gilbert, die 2015 diese Idee hatte. »Totale Schnapsidee, das kann niemals funktionieren«, lautete die erste Reaktion ihres Mannes. Dann begannen die Gilberts den Gedanken zu verfolgen. Drei Jahre hat es gedauert, bis alles bedacht und eingefädelt war. Viele Gespräche führten sie mit den Kostenträgern – dem Kreis Groß-Gerau und dem hessischen Landeswohlfahrtsverband (LWV). »Wir waren sehr erstaunt, wie positiv und offen man auf unser kühnes Vorhaben reagierte«, erinnert sich Herbert Gilbert.

Marlene Broeckers

Diese Seite:Download PDFDrucken

to top