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Nur wenig aussagekräftig

Zu: Berichterstattung über die Herbstsynode, Evangelische Sonntags-Zeitung Nr. 50 vom 20. Dezember 2017.

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Der Jugendbericht, der alle zwei Jahre der Synode vorzulegen ist, fand in der Berichterstattung von der Synode im vergangenen November keine Berücksichtigung. Vielleicht lag es daran, dass der Bericht in vielerlei Hinsicht wenig erhellend und aussagekräftig für die Arbeit mit Jugendlichen in unserer Kirche ist. Dabei war es der Kirchensynode vor 23 Jahren ein wichtiges Anliegen, dass in zweijährigem Rhythmus »ein Bericht zur Lage der Jugend und Jugendarbeit in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) vorgelegt wird«. Kernthema des Berichts sollte auch die jeweilige aktuelle Situation der »religiösen Sozialisation« sein. Doch mit dieser Frage beschäftigt sich der Bericht nicht. Er präsentiert eine Binnensicht von projektorientierter Jugendarbeit auf Basis einer »gerechten kirchlichen Jugendpolitik«. Dabei beschreibt er diese Politik (einseitig) als eine »moderne Jugendhilfepolitik«, eine »Schutzpolitik«, eine »Befähigungspolitik« und eine »Teilhabepolitik«. Er orientiert sich begrifflich an fast zehn Jahre alten konzeptionellen Ausführungen zu einer eigenständigen (kohärenten) Jugendpolitik, wie sie vom Bundesjugendkuratorium damals beschrieben wurde. Die aktuellen Entwicklungen in der Jugendhilfe und vor allem auch der Jugendbildung, der Jugendarbeit in Verbänden und Gruppen wie sie im 15. Jugendbericht, der Anfang des vergangenen Jahres von der Bundesregierung vorgelegt wurde, beschrieben sind, wurden nicht reflektiert. Es wäre genug Zeit gewesen, sich mit den aktuellen Entwicklungen zu beschäftigen. Dies gilt insbesondere für die Frage »Was tun Jugendliche mit Religion?«, die im 15. Jugendbericht als ein besonders wichtiges Feld beschrieben ist, dem aber zu wenig Beachtung geschenkt wird. Genau an dieser Stelle sollte ein Jugendbericht der EKHN Auskunft geben können, um grundlegende Informationen zu vermitteln für die praktische Jugendarbeit im städtischen Umfeld, genauso wie in den ländlich geprägte Gegenden unserer Kirche. Und schließlich hat sich die Begrifflichkeit für die Zielsetzung der Jugendarbeit meines Erachtens inzwischen weiterentwickelt: Es reicht nicht mehr aus, von einer »gerechten kirchlichen Jugendpolitik« zu reden, vielmehr muss das Ziel eine »jugendgerechte kirchliche Politik« sein, also alle Bereiche kirchlichen (und sicher auch gesellschaftlichen) Handelns umfassen, um damit der Jugend in ihrer spezifischen Lebenssituation gerecht zu werden.

Detlef Ruffert; Steffenberg

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