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»Treffpunkt Gottesdienst« in Bad Vilbel

Anne und Nikolaus Schneider über Kirche und Glauben

Matthias PierenPfarrer Klaus Neumeier (rechts) begrüßt das Ehepaar Anne und Nikolaus Schneider zu einer Gastpredigt der Christusgemeinde in Bad Vilbel.

BAD VILBEL. Gottesdienstbesucher erleben im »Treffpunkt Gottesdienst« der Christuskirche mit dem Ehepaar Schneider zwei Christen, die inmitten der gesellschaftlichen Umbrüche sich stets im Glauben vergewissern.

Ermutigend – das war die Predigt von Anne und Nikolaus Schneider gerade dann, wenn sie auf die Anfechtungen, Zweifel, schwindende Gewissheiten und die allgegenwärtigen gesellschaftlichen Umbrüchen, mit einem starken und bestimmten »trotz alledem«, »dennoch« oder »gerade deshalb« antworteten.

Mehr ADAC-Mitglieder als Protestanten

Das kam gut, das war wichtig – in einer Zeit, in der es nach den Worten von Nikolaus Schneider im kommenden Jahr in Deutschland mehr ADAC-Mitglieder als Protestanten geben wird. Als Grundlage ihrer gemeinsamen Predigt wählte das Ehepaar Schneider ein Wort aus der Bergpredigt, in der Jesus seine Anhänger auffordert, Salz der Erde zu sein.

»Kirche bleibt«, dessen war sich der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD ebenso sicher wie seine Frau Anne, als sie am Ende der Predigt ihre Gewissheit äußerte: »Kirche bleibt, wenn die in ihr versammelten Menschen durch ihr Reden, ihre Worte und Taten Zeugnis geben von dem, was sie glauben«, sagte die Theologin und ehemalige Realschullehrerin für Mathematik und Religion.

Den Weg des Glaubens säumen zerbrochene Gottesbilder

Eigentlich nichts Neues. Aber der Satz gewann Bedeutung durch ihr persönliches Bekenntnis: »Auch ich brauche für mein Gottvertrauen das biblische Wort. Wir brauchen Gottvertrauen, das über den Tod hinaus reicht.« Anne Schneider beschrieb Glauben als einen Weg, der gesäumt ist von zerbrochenen Gottesbildern. Es gelte, diesen immer wieder neu zu finden und zu entdecken.

Ihr Mann stellte mehrmals die Frage, wie Christen ihren Glauben in der heutigen säkularen Zeit mit einer religionslosen Sprache beschreiben könnten. »Gibt es eine Gottsprache, in der nicht mehr explizit von Gott die Rede ist?«, fragte Nikolaus Schneider, um sich sogleich die Antwort zu geben: »Nein, wir müssen von Gott reden in dieser gottlosen Zeit und auch angesichts des Leides, das Menschen erfahren.«

Kirche als Ort, wo Gottvertrauen gestärkt wird

Die Worte des Evangeliums nannte der 72-Jährige in diesem Zusammenhang als »heilsam und befreiend«. Der Mensch brauche diese für Leib und Seele. Seine Frau Anne, mit der Nikolaus seit über 50 Jahren verheiratet ist und nach eigenen Worten eine »Lebens-, Liebes- und Denkbeziehung« führt, findet diesen Austausch über das befreiende Wort eben in der kirchlichen Gemeinschaft: »Ich brauche meine evangelische Kirche, damit ich getrost auf dieser Erde leben kann. Ich will und brauche sie als Ort, wo mein Gottvertrauen gestärkt wird. Mein Zweifel darf nicht zur Verzweiflung werden«, sagte die Theologin.

Kirche brauche sie, um Glaube in Gemeinschaft zu erleben, aber auch, um respektvoll zu streiten. »In der Kirche finden wir grundsätzliche Antworten dank der heilsamen Gegenwart Gottes«, sagte dazu Nikolaus Schneider. »In der Kirche können wir uns in der Gemeinschaft mit anderen Christen bei Gebet und Liedern spirituell sammeln. Hier aber verabreden wir und organisieren wir auch caritative Handlungen und Taten.«

Von Matthias Pieren

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