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Einsatz in Sri Lanka

Armut im Himmel auf Erden

Foto: esz/Manfred DomrösAuf Sri Lanka wächst guter Tee. Manfred Domrös berichtet von besonderen Momenten und Begegnungen aus fünf Jahrzehnten.

MAINZ. Einen langgehegten Traum hat sich Manfred Domrös erfüllt: Mit Ende 70 hat er ein Buch veröffentlicht über Sri Lanka – seine »zweite Heimat«, die er über 100 Mal bereiste.

Mir war das Glück vergönnt, dass ich viel erleben durfte«, sagt Manfred Domrös bei einer Tasse Ceylon-Tee. Und dabei denkt er nicht nur an Familie, Beruf und Ehrenamt, sondern auch an die Wochen, die er auf Sri Lanka verbringen konnte. Als eines der Top-Urlaubsziele weltweit gilt die Insel heute, vor allem, seit der grausame und jahrzehntelange Bürgerkrieg zu Ende ist. »Der Himmel auf Erden« sei auf Sri Lanka zu finden, sagt Domrös.

Er spricht aus Erfahrung: »99 Reisen ins strahlend schöne, königlich leuchtende Glück«, lautet der Untertitel seines Buchs, das »Zwei Blätter und eine Knospe« heißt. Mittlerweile ist er sogar mehr als 100 Mal auf Sri Lanka gewesen. Er war vor allem beruflich dort, als Geografieprofessor, mit Reisegruppen oder um Kindern in Not zu helfen. Von Anfang an, anno 1967, habe er Buch geführt und exakt mitgezählt, erinnert sich Domrös.

Plantagenbesitzer schwelgen, Teepflücker darben

Er berichtet von besonderen Momenten und Begegnungen in fünf Jahrzehnten: Wie er früher als »Sudhu Mahathya«, also als weißer Mann, oft für Staunen gesorgt hatte. Von den Lebensbedingungen der Bauern und Fischer, die ihn zu sich eingeladen hatten. Vom Kontrast zwischen Arm und Reich, etwa bei Teeplantagen-Besitzern, die im Luxus schwelgen, und Pflückerinnen, denen wenig zum Leben bleibt.

Jahrgang 1940, war Domrös in jungen Jahren an einem Forschungsinstitut tätig, um Geheimnisse des berühmten Ceylon-Tees zu erforschen. Bis zu seiner Emeritierung 2008 lehrte er als Geograf 34 Jahre lang an der Mainzer Universität. Neben der Forschung zu Tropen und Klimaveränderungen widmete er sich Projekten zur Tourismusgeografie und -ökologie von Inseln und Einflüssen auf Lebensräume in den Entwicklungsländern Asiens. Zeitweise hatte er sogar den Vorsitz der geografischen Weltklimakommission inne.

Kinder mit Lernschwäche werden vernachlässigt

Apropos Weltklima: Unbestreitbar hat Domrös mit seinen mehr als 100 Reisen nach Sri Lanka und dem entsprechenden CO 2 -Fußabdruck zur globalen Erwärmung beigetragen. »Ich nehme den Klimaschutz sehr ernst, was auch meiner beruflichen Tätigkeit entsprach«, sagt er. Aber keine seiner Reisen sei ja eine Lustreise gewesen, sondern jede Reise habe speziellen Forschungszwecken gedient, als Hilfe zur Selbsthilfe.

Nach der Tsunami-Katastrophe im Jahr 2004 gründete Domrös die »Sri Lanka Kinder in Not Kampagne«, die er ehrenamtlich leitet. Der Verein hilft in Schulen und in der Ausbildung, in Kinderheimen und Kindergärten, Gesundheitsvorsorge und Krankheitsfürsorge. »Leider werden viele Kinder, vor allem mit geistiger Lernschwäche, von ihren Eltern vernachlässigt«, bedauert Domrös.

Manfred Domrös: »Zwei Blüten und die Knospe. 99 Reisen ins strahlend schöne, königlich leuchtende Glück«; R. G. Fischer Verlag 2018; 488 Seiten; 26,90 Euro.

Domrös liest am 12. Februar ab 18 Uhr in der Mainzer Auferstehungsgemeinde, Am Fort Gonsenheim 151. Dabei gibt es Fotos und Musik von Sina Hermann und Hasintha Hettige Don aus Sri Lanka. Der Eintritt ist frei.

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