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Stufen zum Himmel

Ausstellung mit Bildern Gerhard Hegemanns

Nicole Weisheit-ZenzIn den Malereien Gerhard Hegemanns bestimmen Linien das Bild.

MAINZ. Die Friedenskirche im Stadtteil Mombach ist ein Ort des Austauschs. Kunst spielt dabei eine wichtige Rolle. Derzeit bewegt sich dort der Künstler Gerhard Hegemann zwischen Formen und Farben – und Besucher der Kirche werden zu seinen Bildern selbst kreativ.

Die Kunst von Gerhard Hegemann speist sich aus zwei Quellen: Zum einen lässt er sich von klassischer Musik inspirieren und scheint selbst zum Dirigenten der Farbklänge zu werden. Vergleichbar mit schwingenden Saiten scheinen Linien Bewegung in die Bilder zu bringen. Zum anderen nimmt er Bezug auf das Weltverständnis der antiken griechischen Mythologie, macht das Ringen zwischen Chaos und Ordnung zu einem Kompositionsprinzip. Titel wie »Fuge« oder »Antigone« verdeutlichen dies. Im Schaffensprozess grundiert der Künstler zunächst die Fläche mit einer einheitlichen Farbe. Darauf bringt Hegemann Papierstreifen an, gestaltet die Gesamtfläche mit satten Farben und zieht die Streifen danach wieder ab. So ergeben sich ordnende Linien. In ihnen lässt sich beim mehrfachen Betrachten immer wieder Neues entdecken. Besucher der Friedenskirche am Pestalozziplatz in Mainz-Mombach können das ausprobieren, denn dort hängen Hegemanns Bilder derzeit.

In sich Hineinhören

In einer meditativen Schreibwerkstatt brachten Besucher ihre je eigenen Gedanken über die »Linienbilder« Hegemanns zu Papier. Meditativ, weil die Teilnehmer sich zunächst einen Moment Zeit nehmen sollten, in der Kirche in sich hineinzuhören. Dann brachten sie ihre Gedanken zu Papier, teilten Ideen und lasen sich die entstandenen Texte gegenseitig vor. Ließ ein Motiv an ein Weizenfeld im Winter denken, wirkten die warmen Farbtöne eines anderen wie goldenes Korn. Mit Blau in vielen Schattierungen und kraftvollen Pinselschwüngen erinnerte ein anderes Bild an aufgewühltes Meer. Stufen, die zum Himmel führen, meinte eine Frau in einem anderen Werk zu erkennen.

Ein Bogen zum Hier und Heute

Der Maler spanne in seinen Bildern den Bogen zum Hier und Heute, speziell zur Suche nach dem eigenen Platz in der Welt, sagt Pfarrerin Ilka Friedrich: »In den Bildern spiegelt sich dies wider: die unruhigen, chaotischen Farbflächen und die ordnenden Linienelemente dazwischen.«

Jahrgang 1966, wuchs Hegemann in Rheinhessen auf und absolvierte zunächst ein Studium im Landbau, bevor er sich der Bildenden Kunst zuwandte. Seit zwanzig Jahren ist Gerhard Hegemann mit einem Atelier in Wiesbaden als Maler tätig und fühlt sich mit der Natur verbunden.

Von Nicole Weisheit-Zenz

Öffnungszeiten sind mittwochs bis freitags zwischen 17.30 und 18.30 Uhr. Die Finissage der Ausstellung ist am 22. September um 10 Uhr im Gottesdienst.

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