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Barrieren wegräumen

DWO/Bärbel SimonMarkus Zwicknagel (links) vom Behindertenclub Odenwald hilft Pfarrer Reinhold Hoffmann über eine der vielen Barrieren hinweg, die es in Breuberg für Rollstuhlfahrer noch gibt.

BREUBERG. Wer wissen möchten, wie es Menschen geht, die sich im Rollstuhl fortbewegen müssen, setzen sich am besten selber mal hinein.

Regenwetter und Stadtbummel mögen nicht besonders gut zusammenpassen. Ein Problem ist die Kombination für viele Menschen jedoch nicht. Für einen Rollstuhlfahrer ergeben sich daraus aber bereits Schwierigkeiten. «Es ist kaum möglich, gleichzeitig einen Schirm zu halten und den Rollstuhl zu bedienen«, erklärt Markus Zwicknagel, als die ersten Regentropfen fallen.

Mobile Menschen erleben Einschränkungen

Zwicknagel gehört zum Behindertenclub Odenwald e.V., dessen Vorsitzende Elfi Kissinger zu einer Erkundungstour durch die Stadt Breuberg eingeladen hatte. Vor allem Menschen ohne Mobilitätseinschränkungen sollten selbst erleben können, mit welchen Barrieren Rollstuhlfahrer täglich konfrontiert werden.

Nötig ist politischer Wille, um Barrieren wegzuräumen

Während es gegen Regen und andere Wetterereignisse keine Handhabe gibt, lassen sich andere Hindernisse durchaus beheben. Dazu muss man sie aber erkennen. Zudem braucht es den politischen Willen zur Veränderung. Die politisch Verantwortlichen in Breuberg haben bereits erkannt, dass es in den fünf Stadtteilen zahlreiche Barrieren gibt. »Das Rathaus in Sandbach ist bereits umgebaut worden, so dass sich Menschen mit Gehbehinderung ohne fremde Hilfe darin bewegen können«, sagt Breubergs Bürgermeister Jörg Springer. Tatsächlich gibt es eine Rampe für Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen und Menschen, die einen Rollator benötigen. Um das Rathaus über die Rampe erreichen zu können, braucht es allerdings Übung und Erfahrung im Umgang mit dem Rollstuhl. Denn die Auffahrt ist geschwungen und recht steil.

Mit räumlichem Wechsel ändert sich die Perspektive

Während Markus Zwicknagel die Rampe allein erklimmt, benötigt Reinhold Hoffmann etwas Anschubhilfe. Der Pfarrer der evangelischen Kirche Rothenberg hat, wie einige andere Teilnehmer der Erkundungstour, in einem Leih-Rollstuhl Platz genommen, um die Stadt aus Sicht eines Rollstuhlfahrers zu erfahren. Mit dem räumlichen Wechsel gehe auch ein Wechsel der Perspektive einher, sagt er. »Vieles, was für Menschen mit Mobilitätseinschränkung zum echten Problem wird, nehmen wir nicht wahr«, sagt er. esz

Für 25. Mai lädt der Behindertenclub Odenwald zu einer Tour durch Höchst ein. Beginn ist um 12.30 Uhr. Wer mehr über den Behindertenclub und seine Angebote erfahren möchte, kann sich an die Vereinsvorsitzende Elfi Kissinger wenden. Sie ist erreichbar unter 0 61 63/21 13 (Anrufbeantworter) oder unter rolli-event@behindertenclub-odenwald.de.

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