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Evangelisation

Das kann die Kirche am besten

eöa/Klaus KordeschOlaf Schmidt beim ökumenischen Impuls- und Begegnungstag.

Biedenkopf. Die Zahl der Kirchenmitglieder sinkt. Mit unterschiedlichen Ideen und Konzepten versuchen Experten dem entgegenzusteuern. In Wallau suchen Christen eine Lösung in der Mission.

Früher waren sie Großereignisse, doch Missionsfeste sind aus der Mode gekommen. Leider, bedauert Pfarrer Olaf Schmidt. Weil der Referent für Erwachsenenbildung im Dekanat Biedenkopf-Gladenbach sich mit dem Mauerblümchen-Dasein der Evangelisation nicht abfinden will, hat er den ersten ökumenischen Impuls- und Begegnungstag im Dekanat organisiert.

Neue Wege suchen

Das Weitergeben der Frohen Botschaft ist doch gerade das, was Kirche am besten kann – noch vor den Aufgaben der Diakonie, denn das können auch private Anbieter leisten, sagt Schmidt. Mit dem Votum für das Thema »Mission und Evangelisation« hat der Seelsorger, der mit einer halben Stelle auch Gemeindepfarrer in Gönnern ist, offenbar schlafende Hunde geweckt: Rund 30 Christen aller Konfessionen sind ins Dietrich-Bonhoeffer-Haus nach Biedenkopf-Wallau gekommen, um gemeinsam mit Pfarrer Klaus Douglass vom Zentrum Verkündigung der hessen-nassauischen Kirche neue Wege zu suchen, das Evangelium zu leben und zu verkünden.

Mit den Menschen im Gespräch bleiben

Douglass vermittelte, wie wichtig die Beziehungsarbeit im Hinblick auf das Thema »Mission und Evangelisation« gerade heute ist: »Wir müssen unser Leben teilen, nicht nur das Evangelium – es reicht nicht, vom Evangelium zu erzählen, ein Traktat zu überreichen und dann abzuhauen«, machte der auch als Autor vieler Bücher bekannte Referent deutlich. »Wir müssen mit den Menschen im Gespräch bleiben und ihren Weg weiter mitgehen«, betonte er. Mission und Evangelisation funktioniere heute nicht mehr nur über Veranstaltungen und herausragende Prediger, sondern durch das Miteinander in Gesprächen in der Gemeindegruppe oder der Familie.

Einmal am Tag für einen anderen beten

Sieben Punkte gab der Theologe seinen Zuhörern zum Diskutieren, Beherzigen und Umsetzen mit auf den Weg. So zum Beispiel die Empfehlung, sich einen geistlichen Vater oder eine geistliche Mutter zu suchen, oder den Hinweis »Alles Geistliche beginnt mit dem Gebet«. Dabei gehe es nicht nur darum, für sich selbst zu beten, machte Douglass bewusst und stellte unter anderem sein »1x1x1«-Konzept vor: Einmal am Tag nur eine Minute für einen anderen Menschen beten. »Die Menschen laufen der Kirche in Scharen davon, aber wir können sie nur als Einzelne zurückbekommen«, betonte der Referent die Bedeutung der Beziehungsarbeit. esz

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