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Internationaler Treffpunkt für Jugendliche

Das Reich Amirs

Corinna WillführPfarrer Andreas Weik nimmt eine erste Kostprobe der Bohnensuppe, die Amirhossein Doostfatemeh (Mitte) gekocht hat. Amirs Bruder Saman weiß: Sie ist lecker.

BÜDINGEN. Unter all den Gruppen und Initiativen, denen das »La Porta« der Büdinger Kirchengemeinde ein Obdach bietet, ist auch das »Café Hope 2.0«. Hier hat man ein bestimmtes Rezept für einen tollen Abend.

Dienstagabends ist die Küche im Erdgeschoss des Gebäudes in der Büdinger Vorstadt, unweit des Jerusalemer Tors, das Reich von Amirhossein Doostfatemeh. Amir, wie er von allen genannt wird, ist Koch. Er stammt aus dem Iran. »Bist Du aktiv und neugierig und hast Lust, mit uns was zu kochen, dann komm vorbei«, lädt ein Faltblatt ein, ihm bei der Zubereitung der Speisen aus seiner Heimat nicht nur zuzusehen, sondern auch mitzumachen.

Wenn Amir kocht, ist das »Café Hope 2.0« geöffnet. Es soll vor allem Jugendliche unterschiedlicher Herkunft an einen Tisch bringen. Projektleiter Pfarrer Andreas Weik: »Der Name lehnt sich an das erste Café Hope in den Räumen des ›Jugendhouse‹ in der Mühltorstraße an.« Die Mühltorstraße: Adresse einer von drei Gemeinschaftsunterkünften der Stadt für Flüchtlinge – Amir und sein Bruder Saman leben noch heute dort.

Erlebnisse für Jugendliche unterschiedlicher Herkunft

Mit dem Café Hope 2.0 haben Weik und ein vielköpfiges Team insbesondere mit Unterstützung der Malteser die damalige Idee des Dekanatsjugendreferenten Gerhard Griestock und Bisrat Mehari, einer Eritreerin mit Fluchterfahrung als Kind, zu neuem Leben verholfen: Für Jugendliche aus den unterschiedlichsten Ländern ein gemeinsames Erlebnis anzubieten. »Unser Rezept für einen tollen Abend: Tischkicker, Musik, Air Hockey, Spiele, gute Gespräche, internationales Essen« ist auf dem Flyer des »Café Hope 2.0« zu lesen.

Das Initiativ- und Begegnungs-café »La Porta« im neuen Gemeindezentrum der Kirchengemeinde Büdingen bietet nicht nur dem »Café Hope 2.0« ein Obdach. Sondern auch der Trauergruppe Lacrima, dem Kreativ-Treff, Menschen aus dem Hephata-Behindertenheim ebenso wie Alleinerziehenden, dem Jugendtreff der Stadt oder dem Büdinger Bündnis für Demokratie Raum für ihre Veranstaltungen. Samstags gibt es 14-tägig einen Lesetreff, einmal im Monat lädt die Eine-Welt-Gruppe zu Kaffee, Kuchen und Gespräch ein. Die Tür ist für alle offen. Für alle, die sich mit Respekt vor und Toleranz für andere Lebensformen, unterschiedliche Kulturen begegnen wollen. Für Junge und Ältere, für Familien und Alleinlebende, für Geflüchtete und Heimatsuchende, für Menschen mit und ohne Behinderung.

Der Pfarrer muss sich tüchtig anstrengen

Der elfjährige Vincent übt auf dem Air-Hockey-Feld, wie er sagt, seine »Reflexe«. »Gegen die Schnelligkeit der Jugend hat man kaum eine Chance«, sagt Pfarrer Weik – und versenkt den Puck in einem unachtsamen Moment doch in Vincents Tor. Der Junge ist mit seinen Eltern ins »Café Hope 2.0« gekommen. »Aus Neugier«, sagt Vater Jürgen Winkler.

In der Küche, die dienstags das Reich Amirs ist, hängt ein Zeitungsartikel über die Grüne Soße, über die sieben Kräuter, die zu ihr gehören. Im Moment aber köchelt auf dem Herd Amirs Bohnensuppe.

Das »Café Hope 2.0« in Büdingen ist immer dienstags zwischen 18 und 21 Uhr geöffnet.

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