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Abschied

Die Damentoilette wird zum Paradies

Foto: Susanne RappDas Paradies kann überraschender sein, als man denkt: Die ehemalige Toilette des Gemeindehauses gestalten Konfirmanden in Rüsselsheim zum Garten Eden um.

Rüsselsheim . Die Martinsgemeinde trennt sich von ihrem Gemeindehaus. Um den Abschiedsschmerz etwas zu schmälern, haben die Konfirmanden das leere Gebäude mit Kunst gefüllt.

Das Gemeindehaus der Martinsgemeinde in der Rüsselsheimer Böllenseesiedlung wird abgerissen, um Raum für ein Nachbarschafts- und Familienzentrum zu schaffen. Mit einem Abschiedsgottesdienst und einer Kunstaktion der Konfirmanden in den leeren Räumen ließen die Gemeindemitglieder die vergangenen Jahre noch einmal Revue passieren.

Wichtiger Teil ihres Lebens

Eine Schatzkiste vor dem Altar und eine gut besuchte Kirche waren deutliche Zeichen dafür, dass der Gottesdienst in der Matthäuskirche einen besonderen Anlass hatte. Viele nutzten die Möglichkeit, um sich offiziell vom Gemeindehaus am Böllenseeplatz zu verabschieden. Denn für viele ist das Gemeindehaus ein wichtiger Teil ihres Lebens. 1954 wurde das Gebäude als Kindergarten gebaut und seit Ende der 1970er Jahre als Gemeindezentrum genutzt, wo es für viele Gruppen zu einem konstanten Treffpunkt wurde.

Konfirmanden gestalten Räume

Doch ganz leer waren die Räume gar nicht, wie die Besucher nach dem Gottesdienst bei einem Rundgang sehen konnten. Gemeinsam mit dem Illustrator Roman Köller hatten Konfirmanden der Kirchengemeinden Martin und Luther am Tag vor dem Abschiedsgottesdienst vor Ort gemalt und gewerkelt. Thema der Kunstaktion war die Frage, wer oder was Gott für die jungen Künstler ist oder sein könnte. So entstanden ausdrucksstarke Wandgemälde und begehbare Kunstinstallationen, die die Gedanken der Konfirmanden widerspiegeln.

Efeu und Spiegel

Die einstmalige Damentoilette war mit Efeuranken, Spiegelsplittern und Baumstämmchen zum Paradies, dem Garten Eden, umfunktioniert worden. Im großen Saal, in dem früher viel und gern gefeiert wurde, schaut ein riesiges Auge von der Wand auf die Eintretenden, von der jungen Künstlerin als das »Auge Gottes« betitelt. Teile der Deckenverkleidung sind bei einer anderen Kunstinstallation verschwunden und die Ecke der Wand ist blau angemalt, so dass sie die Grenzen des Raumes überschreitet und den Himmel symbolisiert. Auf ein Fenster ist ein Leuchtturm, der Gott als Wegweiser symbolisiert, gemalt.

Susanne Rapp

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