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Eritrea

Die Hoffnung auf ein besseres Leben

iStockDie Flagge von Eritrea.

Frankfurt. Die Menschen in Eritrea leben und leiden inmitten einer Militärdiktatur. Menschenrechte, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit sind Fremdworte für sie. In Deutschland wissen nur wenige Menschen, was in dem nordostafrikanischen Land vor sich geht und wie schwierig die Lebensbedingungen sind. Dabei stammen viele Flüchtlinge von dort.

Doris SticklerRuth Batha und Jonas Berhe (rechts) berichten in der Kirchengemeinde Bornheim gemeinsam mit Pfarrer Matthias Weber von Eritrea und warum Menschen aus dem Land fliehen.

Mose flieht nach Midian, David nach Rama, Jakob nach Haran und Jesus flieht schon als Kind nach Ägypten.« Wenn Matthias Weber die Bibel liest, stößt er unentwegt auf Fluchtgeschichten, kann er kaum einen Menschen ohne Migrationshintergrund entdecken. »Und wohin wir auch schauen, es sind die gleichen Motive, warum Menschen fliehen: vor dem drohenden Mord, aus wirtschaftlicher Not, aus religiösen Gründen.«

Wie in biblischen Zeiten

Diese Bilanz aus der Lektüre der Schrift kann der Pfarrer der Kirchengemeinde Bornheim ohne Abstriche auf die Gegenwart übertragen. Wie in biblischen Zeiten treibe Flüchtende auch heute die Hoffnung auf ein besseres Leben an. Die wird freilich allzu oft zerstört.

Europa schottet sich ab

Europa schotte sich zunehmend ab und verschärfe die Aufnahmebedingungen, kritisiert Matthias Weber. Um dieser Situation entgegenzutreten und Geflüchtete zu schützen, habe der Kirchenvorstand 2016 beschlossen, Kirchenasyl zu gewähren. Seither sei dadurch fünf Frauen und Männern aus Eritrea die Abschiebung erspart geblieben.

Kaum wahrgenommen

Da die Situation in dem nordostafrikanischen Land hierzulande kaum wahrgenommen wird, lud die Gemeinde gemeinsam mit dem Frankfurter Ableger von »United4Eritrea« (U4E) zu einer Informationsveranstaltung ein. Das bundesweite Netzwerk junger Diasporaeritreerinnen und – eritreer rückt seit 2010 mit Demonstrationen, Konferenzreihen sowie in den sozialen Medien den Terror der Militärdiktatur ins Licht.

Der unbegrenzte Militärdienst bereitet Sorgen

Wie Ruth Batha im Gemeindehaus berichtete, werden in den Internierungslagern derart viele Gefangene in Schiffscontainer gepfercht, dass sie sich nur abwechselnd oder gar nicht hinlegen können. Sie erhielten kaum zu essen und zu trinken, die hygienischen Zustände seien ebenso katastrophal wie die medizinische Versorgung.

Fluchtwege sind eine Tortur

Immer wieder würden Inhaftierte misshandelt oder gefoltert, zu Zwangsarbeit eingesetzt und Frauen sexuell missbraucht, weiß die angehende Fachärztin für Psychiatrie. Wem es gelinge, diesen Lagern zu entkommen, beschreibe es als »Wechsel von der Hölle in den Himmel«. Dabei seien die oft jahrelangen Fluchtwege meist eine Tortur.Doris Stickler

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